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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Erasmiana.  II.

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aber  einem  allgemeinen  Concile  überlassen.  Doch  davon  wolle
er  ein  andermal  ausführlicher  sprechen,  wenn  er  sehen  würde,
dass  die  Sache  Fabern  am  Herzen  liege,  jetzt  beschwöre  er
ihn  nur,  dass  er  nicht  jene  Hornisse  gegen  ihn  errege;  gerade
die  Freunde  brächten  ihn  in  die  grössten  Unannehmlichkeiten.  1
Diesen  Brief  schickte  Faber,  wie  es  scheint,  nach  Rom.  2
Vom  Reichstage  zu  Speier  (1526)  schreibt  Faber  (am  28.  August),
dass  der  Verlauf  des  Tages  sich  besser  anlasse,  als  der  Anfang; 3
einige  andere  Briefe  enthalten  nichts  zur  Reformationsbewegung ­
  Gehöriges,  1  dagegen  bietet  ein  Schreiben  Faber’s  vom
17.  Juni  1528  (aus  Prag)  und  eines  vom  4.  Februar  1529  (aus
Innsbruck)  an  Erasmus  vieles  wahrhaft  Interessante  und  Erwähnenswerthe.
  Das  erstere  handelt  von  dem  Anträge  König
Ferdinands,  Erasmus  solle  nach  Wien  übersiedeln!  Welche
Aussicht  bot  diess  für  das  österreichische  Geistesleben!  Faber
erkennt  diess  sehr  wohl,  wenn  er  schildert,  wie  die  blosse
Anwesenheit  des  gewaltigen  Gelehrten  —  auch  ohne  dessen
Lehrthätigkeit  —  des  Königs  Majestät,  dem  Adel,  der  Wissenschaft ­
  und  der  Universität  zu  unschätzbarer  Zier  gereichen
werde.  Er  bemüht  sich  denn  auch  Gründe  zu  finden,  die
Erasmus  sein  Basel  verleiden  könnten:  er  habe  ja  durch
1  Dass  unter  den  Crabrones  katholische  Theologen  gemeint  sind,  zeigt  die
Bemerkung  (p.  962):  Quidam,  mei  parum  prudenter  Studiosi  impetrarunt
a  Caesare  seuerum  ac  minax  interdictum  aduersus  quosdam  rabulas
Louanieuses.  Atqui  nulla  re  poterant  magis  in  me  prouocari.
Der  Schluss  des  Briefes  ist  wenig  erbaulich,  gehört  aber  auch
nicht  zur  Sache.  Auch  in  den  zwei  bei  Burscher  abgedruckten  Schreiben
des  Faber  an  Erasmus  vom  19.  Mai  und  28.  August  1526  ist  fast  nur
von  anderen  Angelegenheiten,  von  der  Dedication  des  Irenaus  an  Bernhard ­
  von  Trient  und  König  Ferdinands  Belohnung  die  Rede.
2  Literas  quoque  tuas  Romain  missurus  sum  heisst  es  -wenigstens  in  dem
ersten  Briefe  Faber’s  bei  Burscher  (vom  19.  Mai  1526).  Die  Bemerkung
,Eckium  Salutaui,  rem  ait  gratissimam  esse 1  mag  hier  ebenfalls  angeführt
werden.
3  Burscher  Spicil.  VI.  p.  VII.  Proinde  Comicia  illa,  quae  prima  fronte
nescio  quam  ruinam  crudelius  religioni  reliquisque  nostris  minata  fuerant,
finem  foeliciorem,  rebusque  omnium  commodiorem  adepta  sunt.
1  Einer  davon  (von  Faber)  erzählt  von  den  Belohnungen  für  den  Irenaus
cf.  Burscher  Spie.  VI.  p.  VIII,  in  dem  anderen  (Clericus  1809)  handelt
Erasmus  über  Morus  und  Plato  (cf.  über  diesen  Stoff  einen  Aufsatz  in
Schäffle’s  Zeitschrift  für  Staatswissenschaft.  1878).
            
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