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Horawitz.
In den Zusammenhang dieser, Faber’s Charakter und
Strebungen schildernden Briefe passt das Schreiben, das hier
publicirt wird, gut hinein, auch dieses berührt natürlich die
grosse Frage jener Tage. 1
Unser Brief (Nr. V aus dein Jahre 1523) unterhält den
Constanzer Vicar von dem Erfolge der ,Spongia“ und eifert
gegen Jene, die den armen Hutten, dem er nicht besonders
zürne, gegen ihn gehetzt hätten ,non ob aliud nisi ob praedam‘(!),
er hofft bald zu erfahren, wer sie seien, wirft einen Seitenblick
auf Strassburg (nam rursus aliquid monstri alitur Argentorati)
und berichtet Aeusserungen Luther’s über die Spongia.
Den Brief Luther’s habe er an ihn geschickt; 2 die Aeusserungen
Luther’s nennt er die ,praeludia belli“, ein um so zutreffenderes
Wort, als er ja selbst schon daran war, die Schrift
,de libero arbitrio“ zu beginnen, wie der vorliegende Brief, der
auch über andere literarische Arbeiten des Erasmus Bericht
erstattet, verkündet. Er spricht endlich sein Vertrauen auf
Faber aus, dass dieser die Reinheit des Evangeliums nicht
an die Pharisäer, Schreiber und Bischöfe (Päpste?) verrathen
werde (!). So würde er bleibenden Ruhm bei der Nachwelt
gewinnen. Er beklagt den Tod des Papstes Hadrian, bittet
den Faber, seinem begabten Fürsten ein guter Rathgeber
zu bleiben, ihn selbst demselben wie Pirkheimern zu empfehlen
und ein evangelisch 3 gesinnter Mann sein zu wollen. Die
Schlussbemerkung ist gegen Murner gerichtet. — Von den
,praeludia belli“ hatte Erasmus gesprochen, mittlerweile hatte
1 Ich kann nicht beweisen, dass diess der Brief sei, von dem Erasmus in
dem Schreiben an Melanclithon behauptet (Clerieus III. 817): Addiderunt
epistolam meam ad Joannem Fabrum, plusquam ex tempore scriptam,
quae tarnen deelarat, quam non incitem quemdam ad saeuitiam, aut ad
prodendum Euangelium.
2 Die Notiz, dass er Luther’s Brief an ihn geschickt, zusammengehalten
mit den Angaben über seine literarischen Novitäten und dem am 14. September
1523 eingetretenen Ableben Papst Hadrian’s zeigt aufs Nene die
unrichtige Datirung bei Clerieus, der Luther’s Brief über die Spongia
(p. 846) ins Jahr 1524 statt 1523 ansetzt.
3 Die Bezeichnung evangelisch bedeutet einem Adressaten wie Faber gegenüber
natürlich nicht lutherisch, sondern ,im Sinne des Evangeliums“, in
welcher Bedeutung Erasmus es stets braucht.