Erasmiana. II.
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vester Prierias — der übrigens oft und noch um 1527 wiederkehrt
— sind stark, werden aber weit überboten durch die
gewaltigen Worte über das Papstthum — ,die Pest der Christenheit'
—, das durch die Fürsten gebessert werden solle, die
aber wie er fürchte, mit dem Papste unter einer Decke spielen
und die Beute theilen. Nach diesen Proben kräftiger Ausdrucksweise
— vielleicht möchte sie desshalb Jemand für Interpolationen
halten — kann die Bemerkung über Eck nicht befremden,
dass er aus Ruhmsucht sich gegen Luther erhoben
habe. Erasmus stand mit Eck in (Korrespondenz; eben aus
dem Jahre 1518 ist ein Brief erhalten, in dem Eck in gutem
Latein, aber ziemlich servil und süsslich seine Ansichten über
des Erasmus Bemerkungen zum Matthäus VI. ausspricht. 1 In
der Antwort vom 23. April, die Erasmus dem Ingolstädter
Theologen zukommen lässt, geht er in spöttischer Weise auf
dessen Bemerkungen ein. 2 In Briefen aus jenem Jahre, z. B.
an Hermann von dem Busche, 3 zeigt sich Erasmus ziemlich
gegen Luther eingenommen, damals schon tauchte aber das
Gerücht auf, er habe Luthern bei der Ausarbeitung seiner
Schriften geholfen. 4 Eine freundlichere Stimmung zeigt —
aus mannigfachen begreiflichen Ursachen allerdings — der
Brief an den Rector der Universität Erfurt, in dem er Luther
nur dessen Heftigkeit vorwirft. 5 Objectiv und ruhig schreibt
er in einem anderen Briefe des Jahres 1518: Ego Lutherum
nec accuso, nec defendo. Sic esse res ipsa. docebit. 0 Schärfer
äussert sich Erasmus, wenn auch in versteckten Ausfällen und
nicht ohne herben Tadel über die Geistlichkeit, wie sie eben
ist, 7 in Briefen an Jodocus Jonas, den früheren Juristen
und jetzigen Theologen zu Erfurt, dem Erasmus auch eine
kurze Biographie des Joh. Vitrarius und Coletus niederschrieb. 8
An Jonas, der 1519 über die Korintherbriefe las, richtet sich
1 Clerieus 1. c. 296.
2 Ibidem 397.
3 Ibidem 316.
4 Ibidem 322.
5 Ibidem 324.
c Ibidem 376.
7 Ibidem 446.
8 Ibidem 451.