Horawitz. Erasmiana. II.
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Erasmiana. II.
Ton
Adalbert Horawitz.
Aufs Neue wird es mir möglich, gefördert durch die so
dankenswerthe Unterstützung der Herren Director Dr. Karl
v. Halm in München, Pfarrer Dr. Kawerau in Berlin, und Herrn
Director Dr. Georges in Gotha, einige bisher unedirte Briefe
des Erasmus herauszugeben, denen noch einiges andere auf
ihn Bezügliche angeschlossen werden mag.
Die Briefe sind dem Codex chartaceus Gothanus 399,
dem Cod. Pal. Vindobon. 8987, dem Cod. Seidel. Berolinensis,
dem Cod. lat. Monacensis 10358 (Collatio Camerariana) und
der Autographensammlung Director Halm’s entlehnt. Sie behandeln
verschiedene wichtige und minder wichtige religiöse
und wissenschaftliche Fragen; der Brief Stromer’s an Spalatinus
gibt eine Nachricht über den Tod des Erasmus, die
unter dem frischen Eindruck des Ereignisses geschrieben ist.
Vor Allem interessiren uns die Beziehungen des grossen Gelehrten
zur religiösen Frage. Neues habe ich allerdings zu
meiner (Erasmiana I. geäusserten) Anschauung über die Stellung
des Erasmus zu Luther und seiner Lehre nichts hinzuzufügen,
doch findet sich Einzelnes, das Beachtung verdienen
möchte. 1
Die vorliegende Sammlung wird durch einen Brief des
Erasmus an Johannes Lange, den bekannten Erfurter Humanisten
und Theologen, eröffnet.
1 Hie und da werde ich mir für die breite Darstellung wohl Nachsicht
erbitten müssen, doch verlangte die Stellung zu Luther eingehendere
Betrachtung.