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Höfl er.
den römischen Geschichtschreibern anweist. Er huldigt der
Ueberzeugung von dem Walten der Adrasteia, einer vergeltenden
Gerechtigkeit auf Erden, die sich an die freien Thaten
der Menschen anknüpft, während Zosimos aus der Befangenheit
eines Cultus nicht herauskommt, der im Absterben begriffen,
sich an Zeichendeuterei, an trügerische Prophezeiungen
anklammert und im Untergange der alten Welt nicht das
natürliche Ende eines langen Processes, der endlichen Ausgeisterung
erkennt, sondern nur das Werk einer Usurpation,
der Verdrängung legitimer Götter. Die Verbissenheit, welche
Julian charakterisirt und ihn verleitete, im Christenthume nur
das Werk der Schlechtigkeit zu erblicken, hat sich nicht nur
des Zosimos bemächtigt, sie trübt seinen Blick in Bezug auf
die Ereignisse seiner Umgebung wie der jüngsten und entfernteren
Vergangenheit. Kaiser Constantin erscheint ihm nur
in dem grellen Lichte eines Neuerers, das Julian angezündet.
Der falsche Grundton klingt durch und erzeugt eine Missstimmung,
die nicht mehr aufhört. Schon bei der Erörterung
der diocletianischen Zeit kommt Namensverwechslung und Irrthum
vor. Keltisch und germanisch wird regelmässig untereinandergeworfen,
so dass Paris selbst eine germanische Stadt
wurde. Aehnliche Fehler, Mangel an Genauigkeit und Sachkenntniss,
begegnet uns, wie oben gezeigt, häufig. Ich glaube
auf keinen Widerspruch zu stossen, wenn ich sage, so weit als
Ammianus reicht, bleibt er auch die Hauptquelle und wenn
dieser zum Schlüsse seines 378 endenden Werkes sagt, er habe
die Wahrheit bekannt, niemals wissentlich verschwiegen oder
gelogen, so muss ihm die Beistimmung des Lesers folgen. Der
Werth der letzten Bücher des Zosimos besteht wesentlich
darin, dass über die ersten Jahre des Honorius die Quellen
so sparsam fliessen und er die Person Stelicho’s in den Vordergrund
stellt, mit Recht die Aufrechthaltung des Reiches an
die Erhaltung dieser ausgezeichneten Persönlichkeit anknüpft.
Grösseres Verdienst wird ihm wohl kaum zuerkannt werden.
Ungeachtet aller Verkleinerung, die sich Zosimos erlaubt, bestand
der gx'össte Fehler, den Theodosius beging, in seiner kurzen
Regierung und obwohl ihm ein sehr erbärmliches Geschlecht
nachfolgte, war noch immer die Frage, was besser sei, der
Mangel an einer Dynastie mit all den Schwankungen und Er-