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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte  VII.

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von  seinem  Brüder  Julian  unterschied,  wie  einst  Domitian  von
Titus.  (XIV.  11.)
Es  ist  nicht  nothwendig  auseinanderzusetzen,  dass  die
Darstellung  der  Katastrophe  des  Gallus  durch  Ammian  sich
von  der  des  Zosimos  unterscheidet  wie  die  eines  Historikers
von  einem  Novellisten.
Wenden  wir  uns  der  Erhebung  Julians  zu.
Zosimos  bezieht  sich,  als  er  auf  Julian  zu  sprechen  kommt,
auf  die  ausgedehnten  Werke  der  Schriftsteller  (Historiker)
und  die  Poeten, 1  obwohl  keiner  ihn  würdig  genug  darstellte;
auf  seine  eigenen  Reden  und  Briefe,  die  über  den  ganzen  Erdkreis ­
  verbreitet  seien.  Er  aber  wolle  vor  Allem  mittheilen,
was  von  anderen  umgangen  worden  war.  Interessant  ist  nun
besonders  die  Schilderung  des  Pariser  Banquetes,  wobei  das
Signal  zum  Aufstande  gegeben  wurde,  nachdem  anonyme
Schriften  unter  den  Soldaten,  die  nur  widerwillig  den  Abmarsch
nach  dem  Oriente  antraten,  verbreitet  worden  waren.  Ammianus
bezeichnet  gleichfalls  XX,  9, 2  einen  Unbekannten  als  den  Verbreiter ­
  einer  derartigen  Schrift,  was  eine  höhere  Anstiftung
nicht  ausscliliesst.  Er  erwähnt  auch,  dass  Julian,  nachdem
er  eine  Rede  an  die  Truppen  gehalten,  die  Officiere  (proceres)
zu  einem  Banquete  lud,  bei  welchem  der  Aufstand  zum  Ausbruche ­
  kam.  Während  er  aber  beschreibt,  wie  man  hiebei  zu
den  Waffen  griff,  erwähnt  Zosimos,  dass  diejenigen,  welche
den  Cäsar  zum  Augustus  ausriefen,  noch  die  Weinkelche  in
den  Händen  trugen,  als  sie  sich  zum  Hauptquartier  begaben.
Ammianus  theilt  das  officielle  Schreiben,  welches  Julian  an
Constantius  richtete,  mit,  erwähnt  aber,  dass  er  noch  ganz
andere  voll  Bissigkeit  und  Anklagen  an  den  Kaiser  absandte,
die  nicht  mitgetheilt  werden  können  (XX,  8).  Julian  reizte
somit  den  Constantius,  während  er  sich  die  Miene  gab,  als  sei
ihm  von  den  Soldaten  der  Purpur  aufgenöthigt  worden.  Ammian
führt  die  Ankunft  des  Leonas  an,  den  Constantius  an  Julian
abgesandt  und  der  Zeuge  der  Stimmung  der  Soldaten  ward.
Zosimos  aber  schiebt  die  Schuld  auf  Constantius  und  lässt
Julian  erst  durch  das  Traumgesicht  in  Vienna  zum  festen

1  auYYpacpeuat  xai  TrowjTais.
2  Apud  Petulantium  signa  quidam  libellum  humi  projecit  occulte.
            
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