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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Mayr.

des  Abscheus  und  der  Entrüstung.  ,Diese  Geschichte'  —  so
schliesst  er  seine  ,Annales  de  l’Empire'  —  ,ist  doch  beinahe
nur  ein  ungeheures  Schauspiel  menschlicher  Schwächen,  Fehler,
Verbrechen,  Unglücksfälle,  worunter  man  einige  Tugenden  und
Erfolge  gewahrt;  ebenso  verhält  es  sich  mit  allen  übrigen  Geschichten.' ­
  Fast  mit  den  nämlichen  Worten  drückt  er  sich
im  Schlusscapitel  seines  Essai  aus:  ,Man  muss  gestehen,  dass
diese  ganze  Geschichte  eine  Anhäufung  von  Verbrechen,  Thorheiten
  und  Unglücksfällen  ist,  worunter  sich  einiges  Gute  und
einige  glückliche  Zeiten  befinden,  so  wie  man  etwa  in  wilden
Wüsteneien  da  und  dort  verstreute  Wohnsitze  antrifft.'  ,Es
scheint',  sagt  er  im  zehnten  Capitel  des  Ingenu,  ,dass  die  Geschichte ­
  missfällt  und  langweilt,  wie  die  Tragödie,  wenn  sie
nicht  durch  Leidenschaften,  Unthaten  und  grosse  Unfälle  belebt ­
  ist.'
So  crass  diese  Aeusserungen  klingen  mögen,  vor  einer
totalen  Welt  Verneinung  haben  unsern  Philosophen  doch  stets
Naturell,  bon  sens  und  ideale  Gesinnung  bewahrt.  Den  Extremen ­
  abhold  hat  er  eine  mittlere  Stellung  gesucht.  Im  Bahouc
heisst  es:  ,Si  tout  n’est  pas  bien,  tout  est  passable'.  Dieselbe
Ansicht  bekennt  er  auch  noch  Jahrzehnte  später. 1  Weder  die
positive  Natur  des  Vergnügens,  noch  die  Hoheit  der  menschlichen ­
  Vernunft,  noch  das  Vorhandensein  der  Tugend  hat
Voltaire  jemals  bezweifelt.  Der  geschichtliche  Fortschritt  ge-(Remarques,

  X,  17G3.)  —  Si  vous  aimez  un  tableau  trbs  Mole  de  ce
vilain  monde,  vous  en  trouverez  un  quelque  jour  dans  ,1’histoire  generale'
des  sottises  du  genro  humain.  (A  M.  Du  Deffand,  13.  Oct.  17/59.)  —  Ce
qui  n’est  pas  vraisemblable  est  arrive;  et  e’est  qu’on  a  vu  Cent  fois  dans
cet.te  vaste  histoire  oü  les  grands  evenements  ont  presque  toujours  trompe
les  hommes.  (Conclusion  von  17G3.)  —  La  torre  entiere  est  gouvernee
par  des  contvadictions.  (Fragments  historiques  sur  l’Inde,  c.  7.)  —
O  triste  muse  de  l’bistoire
Ne  grave  plus  ä  la  memoire
Co  qui  doive  pcrir  a  jamais;
Tu  n’a  vu  qüliorreur  et  delire,
Les  annales  de  eliaque  empire
Sont  les  areliives  des  fnrfaits.
(Ode  sur  lo  passe  et  le  präsent,  177/5.)
1  L’A,B,  C;  3 mo  entret.ien  (17G9).  —  Dialogues  d’Lvbemcre  (1777),  2.  —
Histoire  de  Jenny  (1775),  9.
            
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