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Hofier.
angerufen, sie dienten in der Zeit der Verfolgung als Vorbilder
und Muster, wurden als die Auserwählten Gottes bezeichnet.
Da war zwischen Christenthum und Staatscultus kein Tractiren
möglich, kein Ausgleich denkbar, höchstens ein gegenseitiges
Ignoriren, eine vorübergehende Waffenruhe, eine Pause im Verfolgen
und im Verfolgtwerden, eine Sammlung der Kräfte zum
Einen wie zum Ausharren im Andern. So konnte aber die
Sache nicht bleiben, die Verfolgung nicht ein Staatsinstitut
werden, ohne dass der Staat selbst darunter am meisten gelitten,
am ärgsten Schaden gehabt hätte. Es war in der Verfolgung
durch Diocletian und Galerius das Aeusserste geschehen
bis auf das verruchte Mittel Julians, die christliche Bevölkerung
der Wohlthat des Unterrichtes zu berauben. Und dennoch
war jeder Stillstand in der Verfolgung, jedes Einlenken in die
Anerkennung eines Rechtes ausserhalb des Staatscultus eine
Zerstörung des antiken Rechts bodens, ein Attentat gegen den
Götter Staat.
Da erfolgte zuerst die Pause in der Verfolgung, als
Galerius seine eigenen Massregeln zurücknahm. Dann der
Hauptschlag, als die beiden Imperatoren Licinnius und Constantinus
den bisher auf Leben und Tod verfolgten Cultus zur
religio licita erhoben, die Exclusivität der antiken Staatsreligion
brachen und factisch erklärten, die gesammte Lehre mit ihrem
Cultus, ihrem Dogma, das den Staatscultus verwirft, ihn verabscheut
und als das Werk finsterer Geister bezeichnet, hat
ein Recht zu existiren, kann somit ihr stilles Zerstörungswerk
fortsetzen und keine Bestrafung ist für den vorhanden, welcher
den Staatscultus als profane Sache ansieht, diesen von sich
stösst. Eine viel weiter gehende Theilung des Reiches war
dadurch erfolgt, als jede der vorausgegangenen oder nachfolgenden
Ländertheilungen in sich schloss. Constantin erklärte
sich auf dem Concil zu Nikäa zum exiazoxo? -twv h.iot;, 1 er
behielt die Gewalt bei, die ihm als pontifex maximus zukam,
wie denn auch erst zur grossen Betrübniss des Zosimos Gratianus
das Kleid eines pontifex maximus nicht annahm, und
vor Gratianus Julian auch geistliche Ceremonien und zwar wie
Ammianus Marcellinus die Sache darstellt, bis zum Lächerlichen
1 Ueber diese Bedeutung siehe Höfler, Kaiserthum und Papstthum S. 7.