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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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noch  an  Mannheit  und  Tugend  in  Rom  vorhanden  war; 1
40.000  Sklaven  seien  damals  zu  Alarich  geflohen.  Honorius
musste  geschehen  lassen,  was  er  nicht  hindern  konnte,  und  erkannte ­
  damals  das  dritte  Kaiserthum  des  Constantinus  in  Arles
an,  der  nun  seinen  Sohn  Constans  zum  Cäsar  erhob.  Der
Wechsel  der  Imperatoren  erzeugte  aber  unter  den  Kelten
neue  Erhebungen,  die  darauf  hinausgingen,  das  römische  und
das  barbarische  Joch  zugleich  abzuschütteln!
Dann  wurde  Olympius  gestürzt,  nachdem  ihm  Zeit  gelassen
worden  war,  gegen  die  Freunde  Stelicho’s  zu  wüthen;  Jovius,
der  an  seiner  Stelle  Italien  und  Honorius  regierte,  suchte  mit
Alarich  ein  Abkommen  zu  treffen,  daran  aber  unvermuthet
von  Honorius  gehindert,  bewog  er  diesen  zu  einem  Eide,  nie
mit  Alarich  Frieden  zu  schliessen.  Dieser  aber  suchte  jetzt
noch  den  Kaiser  zu  bewegen,  ihm  die  beiden  Norica  abzutreten ­
  und  bot  Freundschaft  und  Waffengemeinschaft 2  mit  den
Römern  an.  Es  war  der  Gedanke,  der  sich  der  Gothen  bemeisterte,
  seit  sie  Rom  und  Constantinopel  gesehen,  das  römische
Reich  nicht  zu  zerstören,  sondern  durch  gothische  Kraft  aufzurichten. ­
  Der  römische  Stolz  liess  aber  diese  im  Interesse  des
Staates  so  wünschenswerthe  Wendung  nicht  zu;  jetzt  trat  auch
der  Eid  dazwischen,  den  alle  Magistrate  wie  der  Kaiser  geschworen ­
  und  so  wurde  Alarich  gezwungen,  nochmal  gegen
Rom  zu  ziehen.  Das  sechste  Buch  sollte  nun  die  Katastrophe
enthalten.  Allein  der  vor  uns  liegende  Theil  beginnt  mit  der
Aufzählung  der  Dinge,  die  sich  unter  den  Kelten  (Britanniern)
bemerklich  machten,  mit  der  Erhebung  des  Attalus  als  weströmischen ­
  Kaiser  durch  Alarich,  der  hiemit  die  Politik  einleitete, ­
  die  deutsche  Heerführer  seitdem  consequent  verfolgten,
und  der  Erwähnung  der  Anstalten,  die  Alarich  traf,  die  Herrschaft ­
  auch  über  Afrika  auszudehnen.  Allein  die  Provinz  erhielt ­
  sich  unabhängig  von  Alarich  und  seinem  Schützlinge,
Honorius  wurde  durch  Truppen  gerettet,  die  schon  Stelicho
nach  Ravenna  beordert  hatte,  die  aber  erst  jetzt  kamen,  als
Honorius  bereits  vor  Alarich  aus  der  Stadt  (Ravenna)  fliehen
wollte.  Die  Zerwürfnisse  zwischen  Alarich  und  seinem  Kaiser

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