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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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den  Sturz  Stelicho’s  betrieb  und  den  Aufstand  des  Gildo  in
Afrika  begünstigte,  selbst  aber  den  Gaines  und  den  Tribigildos
in  Asien  gewähren  lassen  musste.  Freute  sich  Zosimos  von
Gaines  sagen  zu  können,  dass  er  auch  in  Gegenwart  des
Arkadios  sich  zum  Götterglauben  bekannte,  so  wendet  er  sich
jetzt  auch,  was  er  früher  beharrlich  vermied,  der  Erzählung
kirchlicher  Streitigkeiten  zu,  der  Schlächterei  der  Mönche  durch
die  Soldaten,  dem  Hasse  der  Augusta  Eudoxia  gegen  Johannes
Chrysostomos,  der  Herrschaft  der  Eunuchen  unter  dem  überaus
dummen  Kaiser, 1  dem  Brande  von  Constantinopel,  der  die
Musen  des  Helikon,  die  Constantinos  nach  der  Stadt  gebracht
hatte,  verzehrte,  der  wunderbaren  Erhaltung  der  Statuen  des
Zeus  und  der  Athene,  den  inneren  Unruhen,  der  Erhebung  der
Isaurer,  endlich  dem  Einbrüche  des  Badagais,  der  die  Calamität
  jener  Tage  auf  den  Gipfel  brachte.  Der  grosse  Sieg
Stelicho’s,  der  Italien  von  der  grössten  Gefahr  befreite,  wird
ziemlich  kurz  abgethan.  Der  Sieger,  welcher  nun  die  Einheit
der  Monarchie  herzustellen  gedachte,  wurde  durcli  den  Aufstand ­
  des  Constantinus  in  Britannien  und  dessen  Einfall  in
Gallien  davon  abgehalten.  Es  erfolgte  der  Tod  der  beiden  Töchter
Stelicho’s,  von  denen  erst  Maria  dann  Thermantia  den  Honorios
geheirathet,  dann  der  Einbruch  Alarichs  in  Italien  und  nach
Stelicho’s  Rath  dessen  Beschwichtigung  durch  4000  Pfund
Goldes  und  die  Verlegung  des  Kaisersitzes  von  Rom  nach
Ravenna,  der  Tod  des  Arcadios  und  die  erneute  Nothwendigkeit,
dass  Stelicho  sich  nach  dem  Oriente  begebe.  Nun  aber  drohte
Alarich  einerseits  mit  einem  neuen  Einfalle  in  Italien,  anderseits ­
  war  Constantinus 2  schon  in  Arles  als  Kaiser  anerkannt
und  jetzt  brach,  nicht  ohne  dass  Olympius,  der  Rathgeber  des
Kaisers  Honorius,  daran  einen  Antheil  genommen  hätte,  ein
Soldatenaufstand  in  Ticinum  aus,  der  von  der  Ermordung  der
angesehensten  Beamten  begleitet  war.  Erst  aus  der  Berathung,
welche  Stelicho  in  Bononia  mit  den  Anführern  der  germanischrömischen ­
  Truppen  hielt,  erfährt  man,  dass  diese,  die  Ermordung
des  Honorius  durch  die  Aufständigen  voraussetzend,  über  die

1  tou  ßacii).EUovt05  EayaTw:  avovjtaLvovxo?.
2  Schon  vor  ihm  war  erst  Marcus,  dann  Gratianus  in  Britannien  zu  Kaisern
ausgerufen  worden.  Zos.  VI.
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCV.  Bd.  II.  Hft.

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