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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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siet  den  Weg  zum  Throne  bereitet  hatte. 1  Jetzt  war  er  nicht
unkriegerisch  und  im  Commando  nicht  unerfahren.  Es  war
doch  ein  rechtes  Glück  für  die  römische  Herrschaft,  dass,  als
die  Fluth  gothischer  Einwanderung  das  Ostreich  von  dem  Westreiche ­
  schied,  der  Imperator  des  ersteren  seinen  Tod,  378,
gefunden  hatte,  das  römische  Heer  von  den  Gothen  vernichtet
war  und  durch  eine  eigenthümliehe  Ironie  des  Geschickes  der
Befehlshaber  der  römischen  Reiterei,  Victor,  dem  Blutbade
entronnen,  Gratian  die  Nachricht  von  dem  Tode  seines  Oheims,
vom  Untergange  des  römischen  Heeres  2  in  eiliger  Flucht  überbrachte, ­
  das  Geschick  des  Reiches  in  die  Hände  eines  nicht
unkriegerischen  noch  unerfahrenen  Mannes  gelegt  werden
konnte!  Thracien  wurde  wie  gewöhnlich  zum  Oriente  geschlagen, ­
  der  Occident  zerfiel  in  die  beiden  Theile  der  pannonischen
  Dynastie,  aus  welcher  die  spanische  hervorwuchs,  die
Theilung  des  Gesammtreiches  in  eine  westliche  und  eine  östliche ­
  Hälfte  war  aber  aufs  Neue  zur  Thatsache  geworden.  Als
jetzt  Theodosius  von  Thessalonike  (dem  Hafenplatze  aus)  die
Wiedergewinnung  von  Thracien  versucht,  statt  Eines  Befehlshabers ­
  der  Reiterei  und  Eines  des  Fussvolkes,  mehrere  ernennt
und  ebenso  in  Betreff  der  übrigen  Befehlshaberstellen  verfuhr,
offenbar  eine  wohlüberlegte  militärische  Massregel,  so  gewahrt
Zosimos  hierin  eine  jener  Massregeln, 3  die  wie  die  Vermehrung
des  Aufwandes  am  kaiserlichen  Hofe,  den  Untergang  der  Dinge
herbeiführten,  wie  er  überhaupt  den  Theodosius,  den  er  in  Unthätigkeit
  verfallen  lässt,  für  die  schlimme  Wendung  der  Dinge
verantwortlich  machen  möchte,  welche  zum  überwiegenden
Theile  durch  die  Zusammenwirkung'  von  Ereignissen  eingetreten ­
  war,  die  Theodosius,  so  weit  er  vermochte,  vom  Reiche
abzulenken  sich  bemühte  und  auf  Julians  verunglückten  Perserkrieg ­
  zurückgehen,  der  den  Barbaren  die  Schwäche  des  Reiches
vor  Augen  geführt  hatte.  Zosimos  schildert  die  Erpressungen
sehr  lebhaft,  die  damals  bei  der  heillosen  Lage  des  Reiches
stattfanden,  dessen  ganze  Kraft  zu  seiner  Erhaltung  verwendet
werden  musste;  er  findet,  was  zu  seiner  Charakteristik  dient

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