Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte. VII.
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Kaiserhauses, das doch mit einem Fürsten endet, welcher mit
allen Traditionen seines Geschlechtes brach und das römische
Reich in der grössten inneren Erschütterung, nach Aussen
geschwächt, ja in einem so erbärmlichen Zustande zurückliess,
dass sich das nunmehr entschiedene Uebergewicht der Perser
über die Römer von dem heillosen Frieden datirt, der zur
Rettung des römischen Heeres, der Sicherung seines Rückzuges
abgeschlossen werden musste. Der Antagonismus zwischen dem
römischen und dem persischen Weltreiche trat jetzt stärker
als früher hervor; der zwischen der germanischen und der
römischen Welt begann jetzt erst recht fühlbar zu werden;
Hellenismus und Christenthum waren in einen Vernichtungskampf
getreten und von einer Versöhnung, einem Nebeneinanderbestehen
dieser beiden welthistorischen Gegensätze von
nun an gleichfalls keine Rede, Roms Waffenehre verloren und
ein dreissigjähriger Friede gegen bleibende Opfer, Nisibis und
fünfzehn Burgen erkauft. Es war kein Grund vorhanden, die
Regierung Julians als besonders segensreich zu betrachten; die
Monarchie Kaiser Constantins schien unter dem letzten Flavier
nur wiederhergestellt worden zu sein, um allen Elementen der
Auflösung Vorschub zu leisten.
Das Bild Constantins hat Zosimos absichtlich verfehlt,
das Julians nur nach der einen Seite aufgefasst. Es gehörte
zum Ganzen, dass, als Jovianus, des Varronianus Sohn, Kaiser
geworden, die Bataver in Sirmium den Lucillianus, seinen
Schwiegervater und Verwandten des Julian tödteten, den Procopius
seine Verwandtschaft mit Julian rettete, Valentinianus, der mit
den beiden andern das pannonische Heer übernehmen sollte,
nur durch die Flucht sein Leben rettete, dieser, ein Pannonier
aus Kibalis, nachdem Jovianus im bithynischen Dadastana auf
dem traurigen Rückzuge gestorben war und Sallustius, praefectus
praetorio, die hohe Würde nicht annehmen wollte, abwesend
zum Kaiser ausgerufen wurde. Valentinianus wurde der
Begründer der zweiten (pannonisclien) Dynastie, die zwischen
der flavischen und der ‘spanischen (des Theodosius) die
Mitte hält.
Die Parteien standen einander so schroff gegenüber, dass
Valentinianus nach seiner Erhebung erkrankt, besorgte, von
Julians Freunden vergiftet worden zu sein und von