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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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Kaiserhauses,  das  doch  mit  einem  Fürsten  endet,  welcher  mit
allen  Traditionen  seines  Geschlechtes  brach  und  das  römische
Reich  in  der  grössten  inneren  Erschütterung,  nach  Aussen
geschwächt,  ja  in  einem  so  erbärmlichen  Zustande  zurückliess,
dass  sich  das  nunmehr  entschiedene  Uebergewicht  der  Perser
über  die  Römer  von  dem  heillosen  Frieden  datirt,  der  zur
Rettung  des  römischen  Heeres,  der  Sicherung  seines  Rückzuges
abgeschlossen  werden  musste.  Der  Antagonismus  zwischen  dem
römischen  und  dem  persischen  Weltreiche  trat  jetzt  stärker
als  früher  hervor;  der  zwischen  der  germanischen  und  der
römischen  Welt  begann  jetzt  erst  recht  fühlbar  zu  werden;
Hellenismus  und  Christenthum  waren  in  einen  Vernichtungskampf ­
  getreten  und  von  einer  Versöhnung,  einem  Nebeneinanderbestehen ­
  dieser  beiden  welthistorischen  Gegensätze  von
nun  an  gleichfalls  keine  Rede,  Roms  Waffenehre  verloren  und
ein  dreissigjähriger  Friede  gegen  bleibende  Opfer,  Nisibis  und
fünfzehn  Burgen  erkauft.  Es  war  kein  Grund  vorhanden,  die
Regierung  Julians  als  besonders  segensreich  zu  betrachten;  die
Monarchie  Kaiser  Constantins  schien  unter  dem  letzten  Flavier
nur  wiederhergestellt  worden  zu  sein,  um  allen  Elementen  der
Auflösung  Vorschub  zu  leisten.
Das  Bild  Constantins  hat  Zosimos  absichtlich  verfehlt,
das  Julians  nur  nach  der  einen  Seite  aufgefasst.  Es  gehörte
zum  Ganzen,  dass,  als  Jovianus,  des  Varronianus  Sohn,  Kaiser
geworden,  die  Bataver  in  Sirmium  den  Lucillianus,  seinen
Schwiegervater  und  Verwandten  des  Julian  tödteten,  den  Procopius
seine  Verwandtschaft  mit  Julian  rettete,  Valentinianus,  der  mit
den  beiden  andern  das  pannonische  Heer  übernehmen  sollte,
nur  durch  die  Flucht  sein  Leben  rettete,  dieser,  ein  Pannonier
aus  Kibalis,  nachdem  Jovianus  im  bithynischen  Dadastana  auf
dem  traurigen  Rückzuge  gestorben  war  und  Sallustius,  praefectus
  praetorio,  die  hohe  Würde  nicht  annehmen  wollte,  abwesend ­
  zum  Kaiser  ausgerufen  wurde.  Valentinianus  wurde  der
Begründer  der  zweiten  (pannonisclien)  Dynastie,  die  zwischen
der  flavischen  und  der  ‘spanischen  (des  Theodosius)  die
Mitte  hält.
Die  Parteien  standen  einander  so  schroff  gegenüber,  dass
Valentinianus  nach  seiner  Erhebung  erkrankt,  besorgte,  von
Julians  Freunden  vergiftet  worden  zu  sein  und  von
            
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