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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  ans  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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Tribunen  anonyme  Schriften  unter  den  zum  Abzüge  bestimmten
Truppen  verbreiteten  und  diese  nun  so  gegen  den  Kaiser,
welcher  dem  Cäsar  die  siegreichen  Truppen  stehlen  wolle,  aufgebracht ­
  wurden,  dass  sie  mit  den  Bechern  in  der  Hand
Julians  Hauptquartier  stürmten,  ihn  zum  Imperator  ausriefen
und  Julian  nun,  wenn  gleich  ungerne  geschehen  Hess, 1  was  er
nicht  —  ändern  —  wollte.  Er  hielt  es  für  besser  den  Göttern
als  den  Worten  des  Constantius  sich  und  sein  Leben  anzuvertrauen. ­
  Aber  erst  ein  Traumgesicht  in  Vienna,  das  ihm  den
raschen  Tod  des  Constantius  verhiess,  brachte  ihm  völlige  Beruhigung ­
  und  als  er  dann  an  der  Spitze  des  meuterischen
Heeres  nach  Naissos  gekommen  war  und  ihm  seine  Wahrsager
riethen,  den  raschen  Zug  nicht  fortzusetzen,  sondern  hier  zu
verweilen,  auch  wirklich  hier  die  Nachricht  eintraf,  Constantius
sei  unterwegs  gestorben,  musste  er  in  der  Meinung,  von  den
Göttern  als  Werkzeug  grosser  Dinge  berufen  zu  sein,  nicht
wenig  bestärkt  werden. 2  Dem  Forscher  bleibt  es  aber  unbenommen, ­
  die  avwvup.a  ypdixp.a'ca  von  Paris,  die  für  das  Banquet
vorbereiteten  Pamphlete,  den  Traum  von  Vienna,  das  plötzliche ­
  Verweilen  in  Naissos  und  den  unvermutheten  Tod  des
Constantius,  der  des  Julian  Bruder,  Gallus,  hatte  tödten  lassen,
in  einem  sehr  menschlichen  Zusammenhänge  sich  zu  denken.
Julian  nahm  jetzt  an,  was  ihm  die  Götter  gewährten, 3
und  zog  nun  nach  Byzantion,  Constantinopel  zu  sagen,  kann
sich  nämlich  Zosimos  nur  sehr  ungern  entschliessen,  —  wo  denn
auch  der  letzte  Flavier  in  seiner  Geburtsstätte  enthusiastisch
aufgenommen  wurde.  Die  Empörung  war  in  unblutiger  Weise
zum  Ziele  gekommen.  Zosimos  begnügt  sich  mit  wenigen  Worten
zu  melden,  dass  durch  den  Tod  des  Constantius,  Julian  von
dem  Heere  zur  Herrschaft  über  das  Ganze  berufen  worden  sei.
Seine  Wahrsager  werden  wohl  Näheres  darüber  gewusst  haben.
Erkennt  man  den  Meister  des  Stiles  in  dem,  was  der  Autor
verschweigt,  so  muss  Zosimos  gerade  im  dritten  Buche  als
Meister  angesehen  werden.  Wer  es  nicht  aus  Ammianus  Marcellinus ­
  und  aus  den  Kirchenschriftstellern  jener  Tage  erfuhr,
1  Stiotmay  etwv  sei  tö  yeyovott.
2  w;  [iEylattov  toTs  etvOpwjuns  a’tnov  EaöjiEVov  sxyaöwv.
3  Oc^ajj.£vos  ok  to  -xpx  tou  Osiou  (ein  Lieblingsausdruck  des  Zosimos)  oE6u>pr)p.svov.
            
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