Abhandlungen ans dem Gebiete der alten Geschichte. VII.
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Tribunen anonyme Schriften unter den zum Abzüge bestimmten
Truppen verbreiteten und diese nun so gegen den Kaiser,
welcher dem Cäsar die siegreichen Truppen stehlen wolle, aufgebracht
wurden, dass sie mit den Bechern in der Hand
Julians Hauptquartier stürmten, ihn zum Imperator ausriefen
und Julian nun, wenn gleich ungerne geschehen Hess, 1 was er
nicht — ändern — wollte. Er hielt es für besser den Göttern
als den Worten des Constantius sich und sein Leben anzuvertrauen.
Aber erst ein Traumgesicht in Vienna, das ihm den
raschen Tod des Constantius verhiess, brachte ihm völlige Beruhigung
und als er dann an der Spitze des meuterischen
Heeres nach Naissos gekommen war und ihm seine Wahrsager
riethen, den raschen Zug nicht fortzusetzen, sondern hier zu
verweilen, auch wirklich hier die Nachricht eintraf, Constantius
sei unterwegs gestorben, musste er in der Meinung, von den
Göttern als Werkzeug grosser Dinge berufen zu sein, nicht
wenig bestärkt werden. 2 Dem Forscher bleibt es aber unbenommen,
die avwvup.a ypdixp.a'ca von Paris, die für das Banquet
vorbereiteten Pamphlete, den Traum von Vienna, das plötzliche
Verweilen in Naissos und den unvermutheten Tod des
Constantius, der des Julian Bruder, Gallus, hatte tödten lassen,
in einem sehr menschlichen Zusammenhänge sich zu denken.
Julian nahm jetzt an, was ihm die Götter gewährten, 3
und zog nun nach Byzantion, Constantinopel zu sagen, kann
sich nämlich Zosimos nur sehr ungern entschliessen, — wo denn
auch der letzte Flavier in seiner Geburtsstätte enthusiastisch
aufgenommen wurde. Die Empörung war in unblutiger Weise
zum Ziele gekommen. Zosimos begnügt sich mit wenigen Worten
zu melden, dass durch den Tod des Constantius, Julian von
dem Heere zur Herrschaft über das Ganze berufen worden sei.
Seine Wahrsager werden wohl Näheres darüber gewusst haben.
Erkennt man den Meister des Stiles in dem, was der Autor
verschweigt, so muss Zosimos gerade im dritten Buche als
Meister angesehen werden. Wer es nicht aus Ammianus Marcellinus
und aus den Kirchenschriftstellern jener Tage erfuhr,
1 Stiotmay etwv sei tö yeyovott.
2 w; [iEylattov toTs etvOpwjuns a’tnov EaöjiEVov sxyaöwv.
3 Oc^ajj.£vos ok to -xpx tou Osiou (ein Lieblingsausdruck des Zosimos) oE6u>pr)p.svov.