Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  ans  dom  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

533

und  Pannonien,  an  der  Drau  und  Sau,  wo  sich  die  Legionen
des  Constantin  und  des  Licinnius  gemessen.  Nur  mit  äusserster
Mühe  vermag  sich  der  flavische  Kaiser,  der  jetzt  die  römischen
Legionen  gegen  die  barbarischen  des  Magnentius  führte,  der,
selbst  gallischen  (keltischen)  Ursprungs,  Sieg  und  Heer  verlor,
sich  selbst  das  Leben  nahm,  zu  erhalten.  Decentius  wurde
erschlagen  und  so  nicht  blos  die  Einheit  des  Reichs  wieder
aufgerichtet,  sondern  auch  dem  keltischen  Bestandtheile  des
Reiches  eine  tödtliche  Wunde  bereitet,  der  sich  die  Germanen
nur  freuen  konnten.  Als  aber  nun  der  Cäsar  Gallus  die  jüngere
Linie  des  flavischen  Hauses  auf  Kosten  der  älteren  zur  Herrschaft ­
  zu  erheben  suchte,  kostete  dieses  auch  ihm  das  Leben;
an  seine  Stelle  berief  Constantius  den  Julian,  dessen  Jugend
mit  den  blutigen  Scenen  erfüllt  war,  die  seinem  Vater,  seinen
nächsten  Verwandten,  das  Leben  gekostet  und  der  seinen
Wohlthäter,  den  Kaiser,  als  Mörder  seines  Bruders  bezeichnete.
Ihm  gab  Constantius  das  von  den  Germanen  gestürmte  Gallien,
den  der  flavischen  Monarchie  neuerdings  eingereihten  Westen
zur  Verwaltung.  Bald  rächte  Julian  durch  seine  Empörung
gegen  Constantius  den  blutigen  Untergang  der  Nebenlinien.  Der
letzte  Kaiser  aus  dem  Geschlechte  Constantins  starb  auf  dem
Zuge  gegen  den  meuterischen  Julian,  dieser  selbst,  ohne  das
Haus  des  Constantius  Chlorus  fortführen  zu  können,  auf  dem
unglücklichen  Zuge  gegen  die  Perser,  der  sechste  und  letzte
Kaiser  der  flavischen  Dynastie,  der  ersten  im  römischen
Reiche,  die  sich  bis  in  die  vierte  Generation  fortzusetzen ­
  vermochte  und  doch  nicht  viel  mehr  als  ein  halbes
Jahrhundert  regierte.
Das  dritte  Buch  entspricht  seinem  Inhalte  nach  am
meisten  dem  Genius  des  Autors,  der  in  diesem  den  Helden
des  Hellenismus,  Julian,  seine  Siege  in  Gallien,  seine  Empörung ­
  gegen  Constantius,  die  Vorbereitungen  zum  Perserkriege, ­
  dessen  glücklichen  Beginn  und  unglücklichen  Ausgang
beschreibt.  Hier  tritt  Zosimos  selbst  in  so  ferne  polemisch
auf,  als  er  den  Leser  auf  die  vielfach  verbreiteten  Reden  und
Briefe  Julians  1  verweist,  und  erklärt,  er  wolle  vor  allem  mittheilen, ­
  was  von  Andern  ausgelassen  worden  war.
’  xai  jiaXiara  ooa  toT?  aXXoi;  jtapaXeXeKpSai  8oz:T.

35*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.