Abhandlungen ans dom Gebiete der alten Geschichte. VII.
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und Pannonien, an der Drau und Sau, wo sich die Legionen
des Constantin und des Licinnius gemessen. Nur mit äusserster
Mühe vermag sich der flavische Kaiser, der jetzt die römischen
Legionen gegen die barbarischen des Magnentius führte, der,
selbst gallischen (keltischen) Ursprungs, Sieg und Heer verlor,
sich selbst das Leben nahm, zu erhalten. Decentius wurde
erschlagen und so nicht blos die Einheit des Reichs wieder
aufgerichtet, sondern auch dem keltischen Bestandtheile des
Reiches eine tödtliche Wunde bereitet, der sich die Germanen
nur freuen konnten. Als aber nun der Cäsar Gallus die jüngere
Linie des flavischen Hauses auf Kosten der älteren zur Herrschaft
zu erheben suchte, kostete dieses auch ihm das Leben;
an seine Stelle berief Constantius den Julian, dessen Jugend
mit den blutigen Scenen erfüllt war, die seinem Vater, seinen
nächsten Verwandten, das Leben gekostet und der seinen
Wohlthäter, den Kaiser, als Mörder seines Bruders bezeichnete.
Ihm gab Constantius das von den Germanen gestürmte Gallien,
den der flavischen Monarchie neuerdings eingereihten Westen
zur Verwaltung. Bald rächte Julian durch seine Empörung
gegen Constantius den blutigen Untergang der Nebenlinien. Der
letzte Kaiser aus dem Geschlechte Constantins starb auf dem
Zuge gegen den meuterischen Julian, dieser selbst, ohne das
Haus des Constantius Chlorus fortführen zu können, auf dem
unglücklichen Zuge gegen die Perser, der sechste und letzte
Kaiser der flavischen Dynastie, der ersten im römischen
Reiche, die sich bis in die vierte Generation fortzusetzen
vermochte und doch nicht viel mehr als ein halbes
Jahrhundert regierte.
Das dritte Buch entspricht seinem Inhalte nach am
meisten dem Genius des Autors, der in diesem den Helden
des Hellenismus, Julian, seine Siege in Gallien, seine Empörung
gegen Constantius, die Vorbereitungen zum Perserkriege,
dessen glücklichen Beginn und unglücklichen Ausgang
beschreibt. Hier tritt Zosimos selbst in so ferne polemisch
auf, als er den Leser auf die vielfach verbreiteten Reden und
Briefe Julians 1 verweist, und erklärt, er wolle vor allem mittheilen,
was von Andern ausgelassen worden war.
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