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Höfler.
beiführte, fehlt ihm für die neue Zeit, die sich im IV. Jahrhunderte
der christlichen Zeitrechnung für die römische Welt
aufthat, jeder Sinn und jedes Verständniss. Aber auch dafür,
dass ein neuer politischer Antagonismus sich damals austrug,
die Frage ob der Orient, ob der Occident siegreich aus der
Messung der Kräfte hervorgehen werde, unter welcher Form
die Einheit des Reiches durchgesetzt werden könne, ob auch
nur unter der Einheit der Dynastie und welche Gestaltung das
Reich dann annehme, wenn das Einheitsprincip aufgegeben
werden müsste, ist ihm nicht klar geworden. Er ist ein Doctrinär
des V. Jahrhundertes, dem es an wahrem politischen Verständnisse
gebricht.
In dem Augenblicke, als die drei Söhne des grossen
Kaisers das dreifache Imperium durch Bürgerkrieg und Bruderblut
zu vereinfachen sich bemühen, macht sich doch mit aller
Gewalt die Frage geltend, was, wenn die Einheit der Dynastie
von denen selbst aufgegeben werde, die sie vor Allem zu bewahren
hatten, das Schicksal des Reiches werden müsste?
Kaum war Constantin II. im Streite mit dem jüngsten Bruder
Constans gefallen, so tritt in Gallien Magnentius, in Pannonien
Vetranio als Gegenkaiser auf; es rührt sich, als Constans durch
Magnentius erschlagen wurde, im Schoosse der flavischen Nebenlinien.
Nepotianus, 1 Sohn einer Schwester Kaiser Constantins I.,
sucht sich in Altrom ein Kaiserthum zu erwerben und so entsteht
der Kampf um die Legitimität, in welchem, nachdem
Magnentius bereits den Nepotianus beseitigt, die Legionen des
Constantius erklären, die Auswüchse des Kaiserthums beseitigen
zu müssen. 2 Sie zwingen Vetranio zur Abdankung, Constantius
aber muss sich denn doch bereits auf die noch übrige flavische
Nebenlinie stützen, erhebt den Sohn eines Bruders Kaiser Constantins
I. und Bruder Julians, Gallus, zum Cäsar und gibt
ihm seine Schwester Constantia, Kaiser Constantins Tochter,
zur Gemahlin, Magnentius aber macht jetzt den Decentius,
seinen Verwandten zum Cäsar und der Kampf zwischen Occident
und Orient entbrennt aufs Neue an der Grenze von Noricum
1 Potentianus materna stirpe Flavio propintpius. Sext. Aur. Victor de Caesar,
c. 42.
2 ia x(ßo7]Xa 1% ßaac)*£(a; izxocQodpsaÖai.