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Höfler.
Crispus, der Sohn Constantins und der Minervina 1 Cäsar
wurde, 2 war es schon in der dritten Generation des flavischen
Hauses, dass diese Würde demselben zukam. Als die beiden
Kaiser des westlichen und östlichen Theiles des Reiches sich
entzweiten, siegten die germanisch-keltischen Legionen auch
über die oströmischen, erst bei Kibalis und Sirmion, dann am
Hebros, am Bosporos, bei Chalkedon und Nikomedien. Licinnius
ernannte ausser seinem Sohne Licinnianus, ja noch vor diesem
den Valens 3 zum Cäsar. Ihn bezeichnet Zosimos als die
Ursache der Uebelstände, die über Licinnius sich ergossen. Er
wurde, als die beiden Schwäger sich wieder zeitweilig versöhnten,
gewaltsam beseitiget, als es aufs neue zum Kampfe
kam, durch Martinianus ersetzt, den Licinnius von einem
magister officiorum zum Cäsar erhob. Dieser wurde in den
Sturz des Licinnius verwickelt und als letzterer vor Nikomedia
dem Constantinus den Purpur und sich selbst übergab, auf
Befehl des Siegers hingerichtet. Constantin vermied, Cäsaren
ausserhalb seiner Familie zu ernennen und selbst als er seinen
Sohn Crispus wegen des Verdachtes, dass er es mit seiner
Stiefmutter, der Kaisertochter Fausta halte, tödten liess, war
der Thron dem im Purpur geborenen Geschlechte gesichert,
eine ächte Kaiserdynastie vorhanden, wenn auch diese, wie
Zosimos die Sache darstellt, Fausta nicht zur Ahnfrau hatte. 4
Das Gefühl unter einer Kaiserdynastie zu stehen, war so lebhaft,
dass nach dem Tode des grossen Kaisers die Soldaten,
welche das ehemalige römische Volk repräsentirten, den Cäsar
Dalmatius, den Constantius, Bruder des Kaisers, den Annibalianus,
alle aus dem Geschlechte des Constantius Chloros
tödteten, indem sie keine anderen Herrscher wollten als die
Söhne Constantins.
Nun kann man sich kaum etwas Schaleres und Oberflächlicheres
vorstellen, als die Schilderung Constantins durch
1 Ex iraXXaxfj; xutm ysyo'/dra wie Zosimos hervorhebt. Ex Minervina concubina
susceptum. Sext. Aur. Victor epit. c. 41.
2 Nach Sext. Aur. Victor de Caesaribus c. 41 auch Constantinus (II).
3 OuaX7]s.
J oux emo <l>aüorr]; rrf; tou 'EpxouXiou Mabfuavoü 9'jyarpo's. II, 39. So wenig
war Zosimos mit den Familienverhältnissen der Flavier bekannt.