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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Hofier.

römischen  Reiches,  seitdem  dasselbe  die  Domäne  eines  Einzigen
geworden,  —  worin  Zosimos  die  Ursache  des  unaufhaltsamen
Ruines  erblickt,  während  doch  unzweifelhaft  die  Monarchie
durch  Beendigung  der  grossen  republikanischen  Bürgerkriege
den  Bestand  des  Staates  rettete  und  dem  Reiche  seine  grosse
Ausdehnung  im  Norden,  Osten,  wie  im  Süden  gab,  —•  die
Stadien  des  Verfalles  und  der  Wiederaufrichtung  desselben,
selbst  aus  Sextus  Aurelius  Victor  de  Caesaribus  besser  kennen,
als  aus  dem  ersten  Buche  des  Zosimos.

Gerade  die  Theilung  der  Gewalten,  die  Aufrichtung
eines  doppelten  Imperiums,  eines  zweifachen  Cäsarenthums,
einer  römischen  Tetrarchie,  wie  sie  Valerius  Diocletianus  zur
Erhaltung  des  sinkenden  Reiches  durchführte,  ergab  sich  sehr
bald  als  eine  ihrem  Zwecke  nicht  entsprechende  Maassregel.
Vielleicht  wäre  es  besser  geworden,  wenn  Diocletian,  welcher
noch  die  Einheit  des  Kaiserthums  repräsentirte,  sich  den
Mühen  der  Oberleitung  des  Ganzen  nicht  selbst  freiwillig  entzogen ­
  hätte.  Die  neue  Institution  sollte  aber  ihre  Probe  dadurch
bestehen,  dass  ihre  Durchführung  der  jüngeren  Generation,  den
Cäsaren  Galerius  und  F.  Constantius  anvertraut  wurde,  die
beiden  irdischen  Götter  Jovius  und  Herculius  (Valerius  Diocletianus ­
  und  Maximianus),  der  erstere  seiner  Neigung  entsprechend,
der  andere  gegen  seine  Neigung  die  Leitung  irdischer  Angelegenheiten ­
  den  diis  minorum  gentium  überliessen.  Da  brachte
der  frühe  Tod  des  Kaisers  Constantius  eine  unerwartete  Katastrophe ­
  hervor,  nicht  blos  indem  der  tüchtigste  Imperator  in
das  Grab  sank,  sondern  auch  die  Frage  entstand,  ob  der  Schwerpunkt ­
  der  Macht  dem  Occidente  oder  dem  Oriente  zukommen
werde.  Jetzt  gelang  es  Constantin,  dem  kühnen  thatkräftigen
Sohne  des  Constantius,  die  Anerkennung  des  weströmischen
(keltorümischen)  Theiles  des  Reiches  durch  die  Legionen  seines
Vaters  und  den  Alemannenkönig  Crocus  1  zu  gewinnen,  worauf
ihm  die  von  Seiten  der  übrigen  Auguste  nicht  ausbleiben

1  Sext.  Aur.  Victor,  epitome  c.  41.
            
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