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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.  VII.

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Dass  Maximian  (Herculius)  sieh  selbst  entleibte,  nicht
aber  in  Tarsus  starb,  wo  Maximin  endete,  ist  ein  Fehler  des
Zosimos,  den  schon  die  Oxforder  Ausgabe  des  Zosimos  rügte.
Reitemeier  aber  hat  das  Verdienst,  in  die  verworrenen  Angaben
chronologische  Ordnung  gebracht  zu  haben.  Er  untersucht
genau  die  Angaben  des  Zosimos  über  die  Bekehrung  Constantins ­
  und  ob  ihm  die  von  heidnischen  Priestern  begehrte
Sühne  verweigert  worden,  die  Verweigerung  ihn  erst  in  den
Schooss  des  Christenthums  getrieben.  So  sehr  aber  hier  Reitemeier ­
  sich  bemüht,  Zosimos  nicht  fallen  zu  lassen,  kann  er
doch  nicht  anders  als  zuzugestehen,  dass  es  seiner  Darstellung
an  Genauigkeit  gebreche.  Aber  auch  dem  Tadel,  welchen
Zosimos  über  Constantins  Steuerwesen  in  so  reichem  Maasse
ausspricht,  sah  sich  Reitemeier  gezwungen  entgegenzutreten,
wenn  er  auch  bei  der  Wahl  von  Byzantion  als  Hauptstadt  dem
vermeintlichen  Hasse  der  Römer  gegen  Constantin  viel  zu  viel
einräumt.  Man  gewinnt  im  Ganzen  aus  der  Untersuchung
Reitemeiers  in  Betreff  Constantins  die  Anschauung,  welche
schon  in  Bezug  auf  die  vorconstantinische  Periode  gilt,  dass
man  es  mit  einem  Schriftsteller  zu  thun  habe,  dessen  Berichte
sorgsamer  Prüfung  zu  unterziehen  sind,  ehe  sie  angenommen
werden  können,  und  zwar  gilt  dieses  Resultat  dem  Zosimos  als
solchen,  gänzlich  unabhängig  von  seinem  Glaubensbekenntnisse ­
  und  seiner  zur  Schau  getragenen  Abneigung  gegen  alles
Christliche.
Ehe  wir  jedoch  diejenigen  Punkte  hervorheben,  die  unserer
Meinung  nach  eine  besondere  Besprechung  verdienen,  sei  in
Betreff  des  leitenden  Gedankens  des  Autors  bemerkt,  dass  als
erster  Grund  des  Ruins  die  Umänderung  der  Republik  in  eine
Monarchie  bezeichnet  wird;  der  zweite  bestand  in  den  Neuerungen ­
  Kaiser  Constantins  I.,  sowohl  in  Betreff  der  militärischen ­
  als  der  politischen  Ordnung  der  Dinge  und  vor  Allem  in
der  Annahme  des  Christenthums;  der  dritte  endlich,  in  den
Verfügungen  des  Theodosius,  sowohl  in  Betreff  des  Christenthums ­
  als  der  Aufnahme  von  Barbaren  in  das  römische  Heer.
Montesquieu  hat  bekanntlich  noch  einige  tiefere  Ursachen  ausfindig ­
  gemacht  und  Gibbon  darüber  ein  Werk  von  universalhistorischem ­
  Werthe  verfasst.  Aber  ganz  abgesehen  von  diesen
späteren  Werken,  lernt  man  den  successiven  Verfall  des
            
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