Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte. VII.
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Dass Maximian (Herculius) sieh selbst entleibte, nicht
aber in Tarsus starb, wo Maximin endete, ist ein Fehler des
Zosimos, den schon die Oxforder Ausgabe des Zosimos rügte.
Reitemeier aber hat das Verdienst, in die verworrenen Angaben
chronologische Ordnung gebracht zu haben. Er untersucht
genau die Angaben des Zosimos über die Bekehrung Constantins
und ob ihm die von heidnischen Priestern begehrte
Sühne verweigert worden, die Verweigerung ihn erst in den
Schooss des Christenthums getrieben. So sehr aber hier Reitemeier
sich bemüht, Zosimos nicht fallen zu lassen, kann er
doch nicht anders als zuzugestehen, dass es seiner Darstellung
an Genauigkeit gebreche. Aber auch dem Tadel, welchen
Zosimos über Constantins Steuerwesen in so reichem Maasse
ausspricht, sah sich Reitemeier gezwungen entgegenzutreten,
wenn er auch bei der Wahl von Byzantion als Hauptstadt dem
vermeintlichen Hasse der Römer gegen Constantin viel zu viel
einräumt. Man gewinnt im Ganzen aus der Untersuchung
Reitemeiers in Betreff Constantins die Anschauung, welche
schon in Bezug auf die vorconstantinische Periode gilt, dass
man es mit einem Schriftsteller zu thun habe, dessen Berichte
sorgsamer Prüfung zu unterziehen sind, ehe sie angenommen
werden können, und zwar gilt dieses Resultat dem Zosimos als
solchen, gänzlich unabhängig von seinem Glaubensbekenntnisse
und seiner zur Schau getragenen Abneigung gegen alles
Christliche.
Ehe wir jedoch diejenigen Punkte hervorheben, die unserer
Meinung nach eine besondere Besprechung verdienen, sei in
Betreff des leitenden Gedankens des Autors bemerkt, dass als
erster Grund des Ruins die Umänderung der Republik in eine
Monarchie bezeichnet wird; der zweite bestand in den Neuerungen
Kaiser Constantins I., sowohl in Betreff der militärischen
als der politischen Ordnung der Dinge und vor Allem in
der Annahme des Christenthums; der dritte endlich, in den
Verfügungen des Theodosius, sowohl in Betreff des Christenthums
als der Aufnahme von Barbaren in das römische Heer.
Montesquieu hat bekanntlich noch einige tiefere Ursachen ausfindig
gemacht und Gibbon darüber ein Werk von universalhistorischem
Werthe verfasst. Aber ganz abgesehen von diesen
späteren Werken, lernt man den successiven Verfall des