Höfler. Abhandlungen ans dem Gebiete der alten Geschichte. VII.
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Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
VII.
Kritische Bemerkungen über »len Zosimos (Ztoaqjtoo, K6-|j,7]toc
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und den Grad seiner Glaubwürdigkeit.
Von
C. v. Höfler,
wirklichem Mitgliede der k. Akademie der Wissenschaften.
Za den interessantesten Thatsachen der alten Geschichte
gehört das plötzliche Auftauchen einer neuen Literatur im Laufe
des II. und III. Jahrhundertes nach Christus. Sie ist lateinisch,
aber nicht römisch, griechisch, aber nicht hellenisch, ja man
begreift selbst unter dem Namen hellenisch, to sMujvaiv, den
Gegensatz zu dieser Literatur und ihrem Inhalte. Sie stammt
nicht etwa aus einem bestimmten Lande des römischen Reiches,
wie etwa Hispanien, Gallien, Afrika sich durch ihren besonderen
Typus in der römischen Literatur bemerklich machten.
Sie hat eine eigenthümliehe Diction, aber diese entspricht ihrem
besonderen Ideenkreise, einem Inhalte, von welchem sich Rom
und Hellas so lange sie können, abwenden. Es ist ein mühsamer
Kampf um das literarische Bürgerrecht, um Anerkennung
und Gleichberechtigung, ja diese erfolgt eigentlich erst nachdem
auch der Staat sich dafür ausgesprochen und als dieses
geschehen, der Sieg für die neuen Ideen errungen, werden
diese erst noch für alle Uebel verantwortlich gemacht, die den
Staat betrafen, der sie dreihundert Jahre rastlos verfolgte.
Die christliche Literatur verdrängt allmälig die antike;
letztere tritt nur mehr sporadisch auf, sie beweist durch ihr
dünngesäetes Erscheinen, dass sie im Absterben begriffen ist;
sie sucht einen Inhalt und findet keinen. Sie klammert sich an
das Alte an und dieses ist morsch und hohl; sie beredet sich
selbst, noch Thatsachen zu vertreten, die wie Phantasmagorien
verschwinden. Sie macht sich eine eigene Vergangenheit, um