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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Das  FTandschriitenverlulltniss  der  Vita  S.  Severini  des  Eugippius.

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Heiligen  nach  Italien  lauten  nach  L  F 2 :  euehitur,  cunctis  nobiscum
  prouinciaJibus  idem  iter  agentibus,  qui  oppidis  super  ripam
danubii  derelictis  per  diuersas  Italiae  regiones  uarias  suae  peregnnationis
  sortiti  sunt  sedes  .  sei  itaque  corpusculum  ad  castellum
nomine  montem  feletem  rnultis  emensis  regionibus  apportatum
est.  In  dieser  Ueberlieferung  ist  rnultis  emensis  regionibus  ein
massiger  Beisatz;  denn  dass  einer,  der  von  der  Donau  oder
auch  nur  von  Oberitalien  aus  bis  nach  dem  unbekannten
Felethe,  das  wir  doch  wohl  an  der  Grenze  von  Mittel-  und
Süditalien  vermutlien  müssen,  viele  Gegenden  durchmisst,  ist
selbstverständlich;  ferner  enthalten  diese  Worte  eine,  wenn
auch  vom  Leichname  des  Heiligen  hier  geltende,  doch  matte
Wiederholung  des  früheren  per  diuersas  ltaliae  regiones.  Ich
glaube  daher,  dass  auch  diese  Stelle  durch  die  Emendationssucht
  des  Schreibers  der  Vorlage  des  L  und  F 2  entstellt  ist,
der  in  dieser  Unverstandenes  vorfand.  Dieses  Entstellte  ist
nun,  wie  ich  glaube,  durch  T  und  seine  Classe  überliefert:  ad
castellum  nomine  Felethem.  mulsemensis  (sic!)  regionis  apportatum ­
  est;  regionis  haben  T  V,  Voll.,  und  es  ist  bei  Sauppe
aus  Versehen  unter  den  Varianten  übergangen.  Wenn  wir  von
dem  offenbar  corrupten  mulsemensis  absehen,  so  ist  der  Gedanke ­
  nach  dieser  Ueberlieferung  klar;  der  Genetiv  regionis
ist  beigegeben  zur  Bezeichnung  der  Gegend,  in  der  Felethe
lag:  ,der  Leichnam  des  Heiligen  wurde  nach  Felethe  gebracht,
welches  in  der  Gegend  von  .  .  .  liegt'.  Diese  Lesart  enthält
nichts  Müssiges,  wie  die  des  L  und  F 2 ,  sondern  etwas  durchaus ­
  Nothwendiges;  denn  Eugippius  konnte  doch  nicht  voraussetzen, ­
  dass  der  Leser  oder  auch  nur  Paschasius  dieses  sonst
nie  erwähnte  Castell  kenne.  So  nothwendig  nun  auch  dieser
Gedanke  erscheint,  so  rathlos  stehen  wir  vor  dein  Worte
mulsemensis.  Was  verbirgt  sich  dahinter?  Hier  verlassen  uns
die  Mittel  der  Nachforschung.  So  viel  scheint  jedoch  aus  dem
Zusammenhang  hervorzugehen,  dass  dieser  Ort  nicht  gar  zu
weit  von  Neapel  gelegen  haben  kann  und  dass  daher  an  Monte
Feltre  in  Umbrien  kaum  zu  denken  ist. 1
Sogar  auf  Eigennamen  hat  sich  die  Willkür  des  Interpolators ­
  der  Classe  L  V 2  erstreckt.  Ich  meine  den  Namen

1  Ist  vielleicht  an  Molise  zu  denken?
            
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