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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Das  Handschriftenverhältüißs  der  Vita  S.  Severini  des  Eugippius.

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A  und  Vallic.  gewahrt,  von  dein  oben  nachgewiesen  wurde,
dass  er  auf  einen  andern  Codex  derselben  Classe,  deren  Vertreter ­
  jetzt  T  ist,  zurückgeht.  Ueber  den  adjectivischen  Gebrauch ­
  des  reciproken  Pronomens  alteruter  in  der  späten  Latinität
vgl.  Tertull.  pudic.  2:  alterutra  oppositio  ;  id.  persec.  1:  alterutra
diligentia.  C.  v.  Paucker,  Spicilegium  addendorum,  lex.  lat.
Mit.  1875  (s.  v.)  und  Melanges  greco-rom.  III,  p.  608.  Der
Sinn  der  Stelle  ist  klar  und  steht  mit  dem  Vorhergehenden
im  Einklang:  ,durch  die  gegenseitige  Reibung  des  Steines
hielten  sie  sich  so  lange  auf,  dass'  u.  s.  w.;  für  den  collectivischen
  Singular  petrae  habe  ich  allerdings  kein  Beispiel;  ist
vielleicht  auch  petrae  fremder  Zusatz  und  aus  dem  Texte  zu
entfernen?  Wie  die  Interpolation  ferri  in  der  Handschriftenclasse
  L  V. 2  entstand,  ist  unschwer  zu  erklären.  Offenbar  stand
bereits  im  Archetypus  des  L  und  T  das  fehlerhafte  ac,  nach
einer  in  lateinischen  Handschriften  sehr  häufigen  Corruptel;
vgl.  Lachmann  zu  Lucrez  p.  156,  176,  178,  287,  411,  420.  Der
Schreiber  der  Vorlage  des  L  und  V 2  vermuthete  nun,  da  er  ac
irrthümlich  für  die  Conjunction  ansah,  es  sei  etwas  ausgefallen.
Was  war  nun  für  ihn  natürlicher,  als  ferri  einzuschieben?
Dabei  entging  ihm  jedoch,  dass  er  durch  seine  scheinbar  so
leichte  und  passende  Emendation  mit  den  unmittelbar  vorhergehenden ­
  Worten  des  Eugippius  in  Widerspruch  gerieth.
Noch  deutlicher  als  diese  Stelle  zeigt  eine  andere  durch
die  Uebereinstimmung  eines  anderen,  sehr  alten  Zeugen,  dass
T  den  Text  des  gemeinsamen  Archetypus  viel  treuer  überliefert ­
  hat,  als  L  und  F 2 ;  es  ist  dies  c.  XXXII,  2.  Die
dort  mitgetheilte  Prophezeiung  Severins  gewissen  Vornehmen
gegenüber  betreffs  der  Dauer  der  Herrschaft  Odoacars
lautet  nach  der  Ueberlieferung  des  L:  respondentib;  ododere
odoäcer  integer  inter  tredecim  et  quatuordecini  annos  uidelicet
integritate  eins  regni  significans.  Sauppe  sucht  der  offenbar
corrupten  Stelle  durch  Einschiebung  von  inquit  und  qui  aufzuhelfen; ­
  doch  ist  dadurch  dieselbe  noch  keineswegs  geheilt.
Vor  allem  fällt  integritatem  auf;  denn  die  Worte  von  uidelicet
angefangen  müssen  offenbar  eine  Erklärung  und  Deutung  des
Biographen  für  die  etwas  unklare  Prophezeiung  enthalten;
in  dieser  Fassung  aber  erklären  sie  nichts,  sondern  wiederholen ­
  tautologisch  mit  etwas  verändertem  Ausdruck  die  Prophe-
            
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