Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

474

Knö  11.

attentu,  während  die  richtige  Lesart  aduentu  war;  adtentu  beruht ­
  offenbar  auf  einem  Lesefehler  des  Schreibers  des  L.  —
XX,  2  hat  L  qa  =  quia  ;  doch  rührt  der  Querstrich  in  q  und
a  von  zweiter  Hand;  letzteres  steht  überdies  auf  einer  Rasur,
in  der  recht  gut  von  erster  Hand  que  gestanden  haben  kann,
das  ja  auch  die  übrigen  Handschriften  haben.  —  Ebendaselbst
hat  L  humanö  —  cruore;  ü  und  e  rühren  von  zweiter  Hand
und  e  steht  auf  einer  Rasur;  ursprünglich  war  also  richtig  der
Ablativ  geschrieben,  der  erst  nach  der  Veränderung  von  que
in  qa  durch  den  Corrector  in  den  Accusativ  verwandelt  wurde.
—  XXII,  4  hatte  auch  L  ursprünglich  wie  alle  übrigen  Handschriften ­
  mit  Ausnahme  des  A  hunumundus  nicht  humimundus,
wie  Sauppe  bemerkt;  der  Corrector  radirte  den  zweiten  Schenkel
des  u  aus  und  schrieb  über  den  Übrigbleibeuden  ersten  i  (sic!)
ein  über  die  Zeile  hinausragendes  J;  es  ist  also  hunumundus
als  die  ursprüngliche  Lesart  aller  besseren  Handschriften  in
den  Text  zu  setzen.  —  XXIV,  2  ist  in  L  allerdings  jetzt
et  lacrimans  zu  lesen,  wie  auch  Sauppe  herausgab;  doch  ist
vor  l  eine  Rasur  von  zwei  Buchstaben  noch  deutlich  sichtbar,
in  der  also  wohl  il  gestanden  haben  mag;  übereinstimmend
damit  hat  V 2  illacrimans,  die  übrigen  Handschriften  inlacrimans.
—  XXV,  1  heisst  es  nach  der  Ueberlieferung  des  L:  acceptis
litteris  ad  sem  Paulinum  episcopum  ordinatis;  ordinatis  ist
offenbar  corrupt;  denn  es  heisst  meines  Wissens  niemals
epistolam  ordinäre  ad  aliquem.  Dieses  Verbum  kommt  in  der
Vita  überhaupt  nur  in  folgenden  Bedeutungen  vor:  1)  ernennen: ­
  episcopum  ordinäre  (IV,  2);  2)  in  der  Bedeutung  verfügen, ­
  anordnen:  VIII,  2  liceat  nobis  de  seruis  nostris
ordinäre,  quod  uolumus.  Einen  Brief  richten,  senden  an
jemanden  heisst  immer  epistolam  mittere,  destinare,  dirigere,
ad  aliquem.  Dies  Bedenken  gegen  ordinäre  wird  auch  durch
die  Handschrift  bestätigt;  in  derselben  stehen  nämlich  die
beiden  Wörter  episcopum  ordinatis  über  der  Zeile,  die  an  dieser
Stelle  eine  Rasur  zeigt,  und  sie  rühren,  wie  ich  mir  ausdrücklich ­
  angemerkt  habe,  von  zweiter  Hand  her,  was  bei  Sauppe
nicht  angemerkt  ist.  Ohne  Zweifel  verdankt  also  ordinatis  dem
vorausgehenden  episcopum  seine  Entstehung  und  ist  durch  eine
eigenthümliche  Idiosynerasie  des  Correctors  des  L  in  den  Text
gekommen,  aus  dem  es  zu  entfernen  und  dafür  die  Lesart  des
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.