Das Handschriftenverhältniss der Vita S. Severini des Eugippius.
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ist über a noch der Querstrich trotz der Rasur deutlich sichtbar;
es stand also ursprünglich quä = quam in L, das V 2 und die
Vertreter der anderen Classe haben. Die Rasur wurde durch
die Veränderung des ursprünglichen desiderare, wie alle Codices
haben, in designare nothwendig. Die Lesart des L gibt jedoch
auch keinen passenden Sinn; auch Rodenberg, der doch die
Ausgabe Sauppe's seiner Uebersetzung zu Grunde legte, übersetzt
nach der Ueberlieferung der andern Classe. — Ep. Eug. 10
hat L quicqua; doch steht c auf einer Rasur und rührt von
zweiter Hand; es ist also wahrscheinlich, dass L ursprünglich
das richtige quisquä hatte, das auch V 2 und die übrigen haben.
— I, 3 hat L cito; doch rührt o von zweiter Hand her und
steht auf einer Rasur, in der noch i nach t deutlich sichtbar
ist; es ist also ziemlich sicher, dass die erste Hand citias
schrieb, das auch V 2 und die übrigen Handschriften haben. —
I, 4 steht in L facile] doch stammt das e von der Hand des
Correctors und steht auf einer Rasur, in der man i noch deutlich
unterscheidet; die erste Hand hatte also wohl facilis geschrieben;
denn für facilius, das nach Hinck’s Vermuthung in
der Lücke gestanden hat, schien mir der Raum der Rasur zu
eng; facilis hat auch V 2 und die andere Classe. Ist aber
dargethan, dass facilis wahrscheinlich die ursprüngliche Lesart
des L und seines Archetypus war, dann muss natürlich
nullaque in dem Vorangehenden fallen und die Lesart des V 2
und der anderen Classe nullique in den Text aufgenommen
werden. — IV, 8 setzte der Schreiber der Handschrift wohl
aus Versehen statt gre gra in den Text; der Corrector fügte
daher noch ga vor celestis über der Zeile bei. — XII, 7 befindet
sich nach sui eine Rasur von dem Raume eines Buchstabens;
es ist daher wohl anzunehmen, dass ursprünglich in L suis geschrieben
war, was auch die anderen Handschriften haben. —
XV, 1 schrieb die erste Hand das sinnlose fecundarum statt
secundarum, und die zweite Hand setzte noch das Häkchen
unter das e. — XIX, 2 hatte L von erster Hand adtentu; die
zweite radirte d aus und setzte in den freien Raum t ein:
halte ich haesitarent mit T V, für die allein passende Lesart, weil das
Imperf. an unserer Stelle sinngemässer ist, und weil ja das andere Verbum
(auderet) gleichfalls im Imperf. steht.