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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Das  Handscliriffcenverliältniss  der  Vita  S.  Severini  des  Eugippius.

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wahrscheinlich  gemacht  worden;  ebenso  erhellt  die  Fehlerhaftigkeit ­
  desselben  an  Stellen,  wo  je  ein  Wort  ausgefallen  ist,
aus  Ep.  Eug.  7;  Vita  IV,  6;  X,  2;  XXII,  3;  XXVIII,  5;
XXX,  2;  XXXI,  2;  XXXII,  2;  XLVI,  1;  XLVI,  3;  an  allen
diesen  Stellen  muss  Sauppe,  obwohl  er  den  L  seiner  Textesrecension
  zu  Grunde  legt,  entweder  zur  Lesart  der  andern
Classe  greifen,  oder  sich  mit  Correcturen  aushelfen,  die,  wie
F 2  zeigt,  der  an  diesen  Stellen  vollständig  mit  den  guten  Vertretern ­
  der  andern  Classe  übereinstimmt,  dem  Archetypus
beider  fremd  waren.  Dass  auch  an  den  übrigen  erwähnten
Stellen  die  übereinstimmenden  Lesarten  des  F 2  und  der  anderen
Classe  entweder  den  Vorzug  verdienen  oder  zum  mindesten
einen  gleich  guten  Sinn  geben  wie  die  entsprechenden  des  L,
zeigt  eine  unbefangene  Vergleichung  beider.  Wir  sind  also
wohl  gezwungen  anzunehmen,  dass  diese  angeführten  Lücken
sich  im  Archetypus  von  L  und  V 2  nicht  fanden,  sondern  ihren
Ursprung  der  Unachtsamkeit  und  Leichtfertigkeit  des  Schreibers
des  L  verdanken.
2)  L  hat  von  erster  und  zweiter  Hand  herrührende  Interpolationen, ­
  die  dem  V 2  fremd  sind.  Hiebei  sei  bemerkt,  dass
die  Correcturen  in  L  jedenfalls  noch  vor  der  Entstehung  des
F 2  entstanden  sind,  wie  auch  Sauppe  p.  IX  richtig  bemerkt:
manus  haud  multo  recentior.  Meist  geben  sie  sich  als  ungeschickte
Erfindungen  auf  den  ersten  Blick  zu  erkennen.  Im  Beginn
der  Vita  fügte  die  erste  Hand  I,  1  In  vor  tempore  bei;  dass
dasselbe  vollständig  überflüssig  ist,  zeigt  die  ganz  gleiche  Stelle
Ep.  Eug.  8  tempore  quo  patricius  Orestes  inique  peremptus  est.
IX,  1  schob  dieselbe  vor  industria  das  sinnlose  ex  ein  und  verwandelte ­
  stndiosus  in  studiosius.  IX,  4  ist  r  (==  et)  von  zweiter
Hand  vor  pompae  beigegeben.  XII,  5  von  erster  Hand  suh
vor  pevnicie,  welches  sonst  keine  Handschrift  kennt  und  für
die  Stelle  ganz  gut  zu  entbehren  ist.  XIV,  2  ist  die  Interpolation ­
  mit  ziemlicher  Sicherheit  nachzuweisen;  von  erster
Hand  scheint  quodsi  im  Texte  gestanden  zu  haben,  was  auch
F 2  hat;  dies  nun  radirte  der  Corrector  aus  und,  da  er  in  die
mm  entstandene  Lücke  noch  pro  ea  einsetzen  wollte,  war  er  genöthigt
  qd  (sic!)  und  pro  compendiarisch  zu  schreiben:  gdsipen;
pro  ea,  obwold  offenbare  Interpolation  der  zweiten  Hand,  nahm
Sauppe  in  den  Text.  XV,  1  zeigt  das  sinnlose  Verfahren  dieses
            
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