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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Knöl  1.

3)  Verwandelte  er  eigenmächtig  Wörter  und  Wortformen
in  andere  ähnliche:  IX,  4  tribula.tionu  statt  tribulantium;  XII,  3
exhibebat  statt  exigebat;  XII,  4  quantum  statt  quanti;  XIII,  1
dicturi  statt  reddituri;  XIV,  1  firneratas  statt  funereas;  XIV,  2
agnosdte  statt  agnosco;  XV,  2  illuuione  1  statt  alluuione;  XV,  3
p'shec  facta  statt  postes  facta;  XVII,  1  saluari  statt  saturari;
XVII,  4  cum  hostib;  statt  obsidentibus  gothis  u.  a.
4)  Fügt  er  Wörter  hinzu,  die  in  allen  anderen  Handschriften ­
  fehlen:  XII,  2  dicens  nach  proplietani;  XVII,  2  inopias
nach  famis;  XX,  1  sinntl  und  wno;  XXIV,  1  eo  vor  amplius  u.  a.
Aus  diesem  allen  geht  hervor,  dass  der  Schreiber  des  A
oder  seiner  Vorlage  kein  sorgfältiger  Abschreiber  war,  sondern
dass  er  vielmehr  bei  der  Abschrift  viel  zu  viel  seine  eigenen
Erfindungen  statt  des  in  der  Vorlage  Gelesenen  in  den  Text
einsetzte. 2  Bei  diesem  Zustande  der  Handschrift  aber  lässt
sich  kaum  entscheiden,  ob  die  Zusätze  an  den  Stellen,  wo  die
anderen  Handschriften  insgesammt  Lücken  aufweisen,  vom
Schreiber  auf  eigene  Faust  gemacht  worden  sind,  oder  ob  er
sie  seiner  Vorlage  verdankte.  Dies  ist  der  Fall  IX,  3,  wo  in
sämmtliclien  Handschriften  beider  Classen  nach  praesentauit
offenbar  mehrere  Worte  ausgefallen  sind;  diese  Lücke  füllt  A
dem  Sinne  vollständig  entsprechend  durch  die  Worte  reliquiasq:
scorum  ab  eo  suscipiens  uiro  di  detulit;  entnahm  sie  der  Schreiber
seiner  Vorlage,  so  ist  es  unmöglich,  dass  A  auf  die  beiden
Bobbienser  Handschriften  zurückgeht.  Dann  ist  es  aber  auch
sehr  unwahrscheinlich,  dass  A  auf  den  Codex,  aus  dem  L  und
T  gemeinschaftlich  hervorgegangen  sind,  zurückgehe; 3  denn,
wäre  dies  der  Fall,  so  müsste  sich  doch  noch  in  einer  der
beiden  Handschriftenclassen  dieser  Zusatz  erhalten  haben;  die
Uebereinstimmung  zweier  so  abweichender  Handschriften  wie
T  und  L  zwingt  uns  vielmehr  zu  der  Annahme,  dass  diese
Lücke  bereits  im  Archetypus  beider  Classen  bestanden  haben
müsse  und  es  ist  dann  anzunehmen,  dass  er  auf  einen  anderen
Codex  als  den  gemeinsamen  Archetypus  beider  Classen  zurück-1

  Bei  Sauppe  nicht  angemerkt.
2  Richtig  charakteriairt  ihn  Sauppe,  wenn  er  sagt:  de  senlentia  saepe  magis
quam  de  uerbis  sollicitus  rem  leuius  egit  quam  V  codicis  scriptor  (p.  XII).
3  Dies  nimmt  Sauppe  an  p.  XV.
            
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