448
Knüll.
suchen. Nachdem der Schreiber aus der Vita Hinreichendes,
wie ihm schien, über den Heiligen mitgetheilt, — denn um
das Historische in derselben, dessenthalben wir sie schätzen,
war es ihm wohl nicht zu thun — brach er wohl ab mit der
Schlussformel: iUs xps dns nr cui e honor et gla p infinita seid
sciorum. amen, wie dies im Marcianus der Fall ist.
Von Handschriften der guten Classe habe ich in verschiedenen
Bibliotheken Italiens folgende gesammelt und zum
grössten Theile selbst verglichen:
1. Codex Lateranensis LXXIX (L), angehörig dem Archiv
der Archibasilica des Lateran; Grösse: 0 - 51 M. lang, 037 M.
breit. Diese Handschrift, die in vier Theilen durchwegs Lebensbeschreibungen
von Heiligen enthält, stammt wahrscheinlich
aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts; der Text ist in
Doppelcolumnen geschrieben. Auf dem ersten unbeschriebenen
Blatte der Handschrift steht von bedeutend späterer Hand die
Nachricht über den angeblichen Zusammensteller der Sammlung:
Est compositum a Secundino epo tauromenitano tempore S. Gregorii
pape; darunter schrieb eine diesem oder dem vorigen Jahrhunderte
angehörige Hand die wohl richtige Bemerkung erronea
inscriptio. In dem ersten Bande nun von Fol. 29 va bis 40 rb
steht die Vita Severini; 1 und zwar enthält die Handschrift
sowohl die beiden Briefe des Eugippius und Paschasius als
die Capitulation und die eigentliche Biographie des Heiligen
in folgender Reihenfolge: 1. den Brief des Eugippius 2 an
Paschasius unter dem Titel plogus de uita uel obitu sei
seuerini; 2. den Antwortsbrief des Paschasius an Eugippius;
3. die Vita selbst. Die Anfangsbuchstaben einzelner Capitel
sind wie im Cod. Ambrosianus am Rande wiederholt. Die
1 Diese Handschrift wurde von mir nach dem Migne’schen Abdruck der
Bollandistenausgabe verglichen, nachdem mir durch Vermittlung der
k. k. Botschaft und die zuvorkommende Giite des Monsignore Ettore
Valeri die Benützung derselben ermöglicht worden war. Stellen, an denen
meine Collation von der sehr sorgfältigen Hinck’selien der Sauppe’schen
Ausgabe abwich, wurden von mir nochmals einer genauen Prüfung
unterzogen; namentlich trachtete ich genau zu verzeichnen,
an welchen Stellen Rasuren bemerkbar seien,
und was von erster oder zweiter Hand herrühre.
2 Die Handschrift hat überall die Form eugepius.