Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Das  Handschriftenverhältuiss  der  Vita  S.  Severini  des  Eugippius.

447

aufbewahrt  sind;  aus  den  letzteren  gingen  einige  in  die  Bibliotheken ­
  Wiens  und  Münchens  über.  Diese  grosse  Masse  von
Handschriften  lässt  sich  im  Allgemeinen  in  zwei  Classen  theilen,
deren  ersterer  die  guten  Handschriften  angehören,  die  sich,
so  weit  unser  Wissen  bis  jetzt  reicht,  ausnahmslos  in  den  Bibliotheken ­
  Italiens  finden;  die  zweite,  die  Classe  der  schlechten
Handschriften,  ist  die  weitaus  zahlreichere  und  umfasst  beinahe ­
  alle  Handschriften  des  12.,  13.,  14.,  15.  Jahrhunderts;
diese  letzteren,  zu  denen  alle  in  deutschen  Bibliotheken  befindlichen ­
  Handschriften  der  Vita  zu  rechnen  sind,  bieten  für  die
Textesrecension  in  keiner  Beziehung  irgend  etwas  Berücksichtigenswerthes.
  Ohne  den  geringsten  Nachtheil  für  den  Text
können  alle  insgesammt  unberücksichtigt  bleiben.  Höchstens
so  viel  kann  man  aus  ihnen  lernen,  dass  kein  Grad  der  Willkür, ­
  Nachlässigkeit  und  der  anderen  Untugenden  eines  Abschreibers ­
  zu  hoch  ist,  den  nicht  einer  oder  der  andere  von
ihnen  erreicht  hätte.  Dass  diese  Classe  sich  nicht  blos  auf
jüngere  Handschriften  beschränkt,  zeigt  uns  der  dem  9.  Jahrhundert ­
  ungehörige  Münchener  Decurtatus  (I)  bei  Sauppe),  der
in  Bezug  auf  das  Älter  sogar  alle  Handschriften  der  guten
Classe  übertrifft,  aber  seiner  Fehlerhaftigkeit  nach  unbedingt
dieser  Classe  beizuzählen  ist;  da  diese  allgemein  eingestanden,
und  die  Handschrift  selbst  für  den  Text  werthlos  ist,  so  ist
sie  von  mir  in  der  folgenden  Untersuchung  ebensowenig  wie
irgend  ein  Codex  der  schlechten  Classe  berücksichtigt  worden.
Von  Handschriften  dieser  letzteren  Classe  habe  ich  folgende
theils  ganz,  theils  bruchstückweise  verglichen:  einen  Venediger
Marcianus;  vier  Handschriften  der  Bibliotheca  Vallicellana  in
Rom;  einen  äusserst  fehlerhaften  Codex  Barberinianus  zu  Rom;
vier  Handschriften  der  k.  Hofbibliothek  in  Wien.
Sehr  häufig  findet  sich  die  Vita  in  den  Handschriften
dieser  Classe  noch  überdies  abgekürzt  und  zwar  nicht  in
einer  und  derselben  Weise,  sondern  bald  ist  dieser,  bald  jener
Theil,  oft  sogar  der  grösste  Theil  des  Textes  weggelassen;
dieses  ist  unter  den  oben  genannten  Codices  beispielsweise
in  dem  Münchener,  dem  Marcianus,  einem  Vallicellanus,  zwei
Vindobonenses  der  Fall.  Der  Grund  für  die  Kürzung  derselben ­
  ist  wohl  zunächst  in  dem  Mangel  an  Raum,  an  dem  ja
besonders  die  Handschriften  der  Vitae  Sanctomm  leiden,  zu
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.