Das Handschriftenverhältuiss der Vita S. Severini des Eugippius.
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aufbewahrt sind; aus den letzteren gingen einige in die Bibliotheken
Wiens und Münchens über. Diese grosse Masse von
Handschriften lässt sich im Allgemeinen in zwei Classen theilen,
deren ersterer die guten Handschriften angehören, die sich,
so weit unser Wissen bis jetzt reicht, ausnahmslos in den Bibliotheken
Italiens finden; die zweite, die Classe der schlechten
Handschriften, ist die weitaus zahlreichere und umfasst beinahe
alle Handschriften des 12., 13., 14., 15. Jahrhunderts;
diese letzteren, zu denen alle in deutschen Bibliotheken befindlichen
Handschriften der Vita zu rechnen sind, bieten für die
Textesrecension in keiner Beziehung irgend etwas Berücksichtigenswerthes.
Ohne den geringsten Nachtheil für den Text
können alle insgesammt unberücksichtigt bleiben. Höchstens
so viel kann man aus ihnen lernen, dass kein Grad der Willkür,
Nachlässigkeit und der anderen Untugenden eines Abschreibers
zu hoch ist, den nicht einer oder der andere von
ihnen erreicht hätte. Dass diese Classe sich nicht blos auf
jüngere Handschriften beschränkt, zeigt uns der dem 9. Jahrhundert
ungehörige Münchener Decurtatus (I) bei Sauppe), der
in Bezug auf das Älter sogar alle Handschriften der guten
Classe übertrifft, aber seiner Fehlerhaftigkeit nach unbedingt
dieser Classe beizuzählen ist; da diese allgemein eingestanden,
und die Handschrift selbst für den Text werthlos ist, so ist
sie von mir in der folgenden Untersuchung ebensowenig wie
irgend ein Codex der schlechten Classe berücksichtigt worden.
Von Handschriften dieser letzteren Classe habe ich folgende
theils ganz, theils bruchstückweise verglichen: einen Venediger
Marcianus; vier Handschriften der Bibliotheca Vallicellana in
Rom; einen äusserst fehlerhaften Codex Barberinianus zu Rom;
vier Handschriften der k. Hofbibliothek in Wien.
Sehr häufig findet sich die Vita in den Handschriften
dieser Classe noch überdies abgekürzt und zwar nicht in
einer und derselben Weise, sondern bald ist dieser, bald jener
Theil, oft sogar der grösste Theil des Textes weggelassen;
dieses ist unter den oben genannten Codices beispielsweise
in dem Münchener, dem Marcianus, einem Vallicellanus, zwei
Vindobonenses der Fall. Der Grund für die Kürzung derselben
ist wohl zunächst in dem Mangel an Raum, an dem ja
besonders die Handschriften der Vitae Sanctomm leiden, zu