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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Knüll.

die  Ueberzeugung  gewonnen  hätte,  dass  namentlich  für  den
Text  und  die  Textgeschichte  der  Vita  auch  nach  der  neuesten,
sehr  verdienstlichen  Ausgabe  von  H.  Sauppe  noch  manches  zu
thun  übrig  bleibe,  anderes  vielleicht  anders  gethan  werden
müsse.  Denn  Sauppe  benützte  für  die  Herausgabe  eine  verhältnissmässig
  geringe  Anzahl  von  Handschriften,  blos  drei,
den  Lateranensis  (L),  Vaticanus  (V)  und  Ambrosianus  (M),  und
wenn  wir  bedenken,  dass  in  zweien  derselben,  dem  Vaticanus  und
Ambrosianus,  einzelne  Theile  der  Vita  (Capitulation  und  Epistola
Pascliasii)  fehlen,  beide  aber  bedeutend  jünger  sind  als  Lateranensis, ­
  so  ist  es  erklärlich,  dass  Sauppe  seiner  Textesrecension
  diesen  Codex  zu  Grunde  legte.  Da  mir  nun  ein
grösserer  handschriftlicher  Apparat  vorliegt,  den  ich  auf  einer
Reise  in  Italien  gesammelt  habe,  darunter  Handschriften,  die
mehr  Klarheit  in  die  Frage  über  die  Textgeschichte  der  Vita
zu  bringen  vermögen,  so  schien  es  mir  am  Platze,  zu  untersuchen, ­
  ob  denn  der  Text  nicht  nach  einem  anderen  Codex
als  dem  zugestandenermassen  sehr  fehlerhaften  Lateranensis  zu
gestalten  sei.  Zugleich  soll  diese  Untersuchung  über  die  Handschriften ­
  der  Vita  der  Vorläufer  und  die  Rechtfertigung  meiner
im  Aufträge  der  k.  Akademie  der  Wissenschaften  für  die
Sammlung  der  Kirchenschriftsteller  zu  veranstaltenden  Ausgabe ­
  sein.

Die  handschriftliche  Ueberlieferung  dieser  Schrift  stützt
sich  keineswegs,  wie  bei  vielen  -  Werken  aus  dem  Alterthum, ­
  auf  eine  geringe  Zahl  von  Codices;  vielmehr  ist  die
Vita  durch  eine  sehr  beträchtliche  Anzahl  von  Handschriften
vom  9.  bis  ins  15.  Jahrhundert  hinein  überliefert,  und  zwar
sind  es  ausnahmslos  Codices  der  sogenannten  Vitae  Sanctorum,
in  welchen  sie  sich  findet;  niemals  ist  sie  mit  dem  andern
grösseren  Werke  desselben  Autors,  den  Excerpta  ex  operibus
S.  Augustini,  in  einem  Codex  vereint.  Von  solchen  Handschriften ­
  hatte  A.  Bethmann,  wie  Sauppe  p.  IX  seiner  Ausgabe ­
  anmerkt,  dreissig  theils  selbst  verglichen,  theils  von
Anderen  vergleichen  lassen.  Hauptsächlich  sind  es  die  Bibliotheken ­
  Italiens  und  in  Deutschland  die  Klosterbibliotheken  der
Donauprovinzen,  in  denen  zahlreiche  Handschriften  der  Vita
            
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