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Knüll.
die Ueberzeugung gewonnen hätte, dass namentlich für den
Text und die Textgeschichte der Vita auch nach der neuesten,
sehr verdienstlichen Ausgabe von H. Sauppe noch manches zu
thun übrig bleibe, anderes vielleicht anders gethan werden
müsse. Denn Sauppe benützte für die Herausgabe eine verhältnissmässig
geringe Anzahl von Handschriften, blos drei,
den Lateranensis (L), Vaticanus (V) und Ambrosianus (M), und
wenn wir bedenken, dass in zweien derselben, dem Vaticanus und
Ambrosianus, einzelne Theile der Vita (Capitulation und Epistola
Pascliasii) fehlen, beide aber bedeutend jünger sind als Lateranensis,
so ist es erklärlich, dass Sauppe seiner Textesrecension
diesen Codex zu Grunde legte. Da mir nun ein
grösserer handschriftlicher Apparat vorliegt, den ich auf einer
Reise in Italien gesammelt habe, darunter Handschriften, die
mehr Klarheit in die Frage über die Textgeschichte der Vita
zu bringen vermögen, so schien es mir am Platze, zu untersuchen,
ob denn der Text nicht nach einem anderen Codex
als dem zugestandenermassen sehr fehlerhaften Lateranensis zu
gestalten sei. Zugleich soll diese Untersuchung über die Handschriften
der Vita der Vorläufer und die Rechtfertigung meiner
im Aufträge der k. Akademie der Wissenschaften für die
Sammlung der Kirchenschriftsteller zu veranstaltenden Ausgabe
sein.
Die handschriftliche Ueberlieferung dieser Schrift stützt
sich keineswegs, wie bei vielen - Werken aus dem Alterthum,
auf eine geringe Zahl von Codices; vielmehr ist die
Vita durch eine sehr beträchtliche Anzahl von Handschriften
vom 9. bis ins 15. Jahrhundert hinein überliefert, und zwar
sind es ausnahmslos Codices der sogenannten Vitae Sanctorum,
in welchen sie sich findet; niemals ist sie mit dem andern
grösseren Werke desselben Autors, den Excerpta ex operibus
S. Augustini, in einem Codex vereint. Von solchen Handschriften
hatte A. Bethmann, wie Sauppe p. IX seiner Ausgabe
anmerkt, dreissig theils selbst verglichen, theils von
Anderen vergleichen lassen. Hauptsächlich sind es die Bibliotheken
Italiens und in Deutschland die Klosterbibliotheken der
Donauprovinzen, in denen zahlreiche Handschriften der Vita