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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Fellner.

durch  geeignete  Vorschläge  wirken.  Diese  Bedeutung  liegt
aber  nicht  nothwendig  im  Amte,  sondern  erst  durch  befähigte
Männer  erlangt  dasselbe  diese  Wichtigkeit.  Von  diesem  Standpunkte ­
  aus  sind  die  Worte  des  Hypereides  in  den  Rhett.  IX,
p.  545  ed.  Walz  ~cc/ßs\q  Be  erci  tp  otor/.^cet  xwv  /pvjp.axwv  sOps  zopoui;
zu  fassen.  Der  gleiche  Sinn  liegt  in  den  bereits  citirten
plutarchischen  Worten  über  die  Finanzverwaltung  des  Eubulos.
Auch  die  Anleihen,  welche  Lykurg  bei  Privaten  machte,  weisen
auf  einen  Finanzkünstler.
Früher  wurde  schon  bemerkt,  dass  das  Schatzmeisteramt
eine  vierjährige  Dauer  hat.  Es  ist  nun  auffällig,  dass  gerade  im
Decret  des  Stratokies  überliefert  ist,  Lykurg  habe  als  xap,ia?
M'.'tfjz  TtpoijoBou  durch  drei  Penteteriden  gewirkt.  Wir  sollten  somit
aus  diesem  Decret,  das  doch  inschriftlichen  Werth  hat,  schliessen,
dass  derselbe  durch  drei  Perioden  das  Amt  eines  obersten  Finanzbeamten ­
  versehen  habe.  Andererseits  lässt  dies  die  anderweitige
Ueberlieferung  nicht  zu  (vgl.  Böckh  a.  a.  0.  1,  569  und  Schäfer
1,  176).  Es  bleibt  somit  nichts  übrig  als  anzunehmen,  dass  wir  es
im  Volksbeschlusse  des  Stratokies  mit  der  thatsächlichen  Auffassung ­
  der  Stellung  Lykurgs  zu  thun  haben,  dass  also  ein  urkundliches ­
  Schriftstück,  welches  erst  kurze  Zeit  nach  dem  Tode  dieses
Mannes  entstanden  ist,  eine  Anschauung  theilt,  welche  schon  früh
allgemein  geworden  ist,  wie  die  Worte:  owosz.«  ivq  xä?  TxpocäBou;
"rij?  TccAstoc  oiciv.-qco’.c,  XVI,  88.  bei  Diodor  beweisen,  welcher  doch
aus  gleichzeitigen  Quellen  schöpfte.  Das  Decret  bei  Pseudoplutarch
  ist  aber  ausserdem  noch  von  sehr  grossem  Werthe,
weil  es  nicht  allein  genau  lehrt,  welche  Gewalt  der  xapia?  vr t q
y.oirqc,  TrpoaoBo’j  gehabt  hat,  sondern  weil  es  die  besonderen
Competenzen  nennt,  durch  welche  Lykurg  seine  vielen  Pläne
ausgeführt  hat.  Böckh  hat  bereits  auf  die  vielseitige  Thätigkeit
desselben  aufmerksam  gemacht,  hat  es  aber  unterlassen  die  verschiedenen ­
  Gewalten  genau  zu  prüfen  und  zu  sondern  (a.  a.  0.571),
so  dass  es  den  Anschein  haben  konnte,  als  ob  all  diese  mit  dem
Amt  eines  xapza?  in  naher  Verbindung  stünden.  Gern  werden
wir  zugeben,  dass  die  grossartigen  Bauten  und  anderweitigen
Unternehmungen  Lykurgs  als  ein  Ausfluss  des  finanziellen  Wohlstandes ­
  anzusehen  sind,  welcher  damals  in  Athen  herrschte.  Deswegen ­
  sind  sie  aber  nicht  mit  der  Competenz  des  ersten  Finanz-
            
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