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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Fellnö  r.

des  vierten  Jahrhunderts  zwei  Schatzmeister  des  Rathes  waren,
so  scheint  er  sich  doch  zu  irren  (Hermes  V,  13).  Erstlich  ist
zu  bedenken,  dass  die  Zweizahl  im  attischen  Beamtenstand
sonst  keine  Rolle  spielt  und  zweitens,  dass  in  den  Formeln,
welche  hinterlassen  sind,  dann  überall  der  Dual  gebraucht
worden  wäre.  Wie  bei  den  meisten  athenischen  Finanzbehörden, ­
  so  scheint  hier  die  Zehnzahl  berücksichtigt  worden
zu  sein.  Ich  halte  es  für  wahrscheinlich,  dass  die  Schatzmeister
der  Bule  aus  den  Buleuten  genommen  worden  sind  und  dass
analog  den  10  Phylen  und  den  10  Prytanien  auch  10
bestanden.
Ausser  den  früher  besprochenen  Inschriften  sind  uns  noch
eine  grosse  Anzahl  von  Urkunden  erhalten,  in  welchen  gleichfalls
Schatzmeister  angeführt  werden,  die  mit  dem  Rathe  in  Beziehung
stehen.  Die  Documente  stammen  aus  der  Zeit,  in  welcher  es  Mode
geworden  war,  die  Einzelnen,  sowie  die  Körperschaften,  auch
wenn  dieselben  nichts  Besonderes  geleistet,  sondern  nur  ganz
einfach  ihre  Pflicht  und  Schuldigkeit  im  Dienste  des  Staates
gethan  hatten,  mit  Ehren  und  Kränzen  zu  überschütten.  So
sehen  wir  denn,  dass  es  beiläufig  um  die  Mitte  des  dritten
Jahrhunderts  zur  Regel  wurde,  die  abtretenden  Prytanen
zu  beloben  und  mit  einem  goldenen  Kranze  zu  beehren,
,weil  sie  die  vorgeschriebenen  Opfer  dargebracht,  Rath  und
Volk  versammelt  und  die  Bilder  des  Volkes  aufgestellt  haben'
(a.  a.  0.  p.  331  ff.).  Ebenso  machten  die  scheidenden  Prytanen ­
  einen  Bericht  in  Betreff  ihres  Cassierers  und  Schreibers, ­
  und  letztere  wurden  dann  vom  Rathe  gelobt  und  durch
einen  Kranz  aus  Zweigen  geehrt.  Zahlreiche  Inschriften  aus
den  letzten  Jahrhunderten  vor  Christ,  sind  darüber  überliefert: ­
  329,  390,  391,  393,  408,  417,  425,  426,  431,  432,  440,
441,  454,  459  und  487.  Unseren  Zwecken  entsprechend  wollen
wir  einige  Stellen  aus  denselben  genauer  erörtern.  In  der  Inschrift
nr.  329,  welche  in  die  erste  Hälfte  des  dritten  Jahrhunderts
gesetzt  wird, 1  sind  folgende  Zeilen  von  besonderer  Wichtigkeit:
Tjj  ßtj'j/vSt  siratvEsai  "o  v  vajjt’av  M  t•/.o•/.p  ävvj  v  Attovo?

1  Es  wird  wohl  in  derselben  Eubulon  als  Archon  genannt.  Das  Jahr  lässt
sich  aber  nicht  genau  bestimmen.  Dittenberger  setzt  die  Urkunde  zwischen
01.  126.  1  und  128.  1.  Hermes  II,  387,  vgl.  dazu  C.  I.  A.  II.  p.  156.
            
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