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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Fellner.

Veränderungen  unterworfen.  Schon  früher  aber  habe  ich  geltend
gemacht,  dass  die  Auffassung  nicht  nothwendig  sei,  dass  unmittelbar ­
  im  Gefolge  einer  Katastrophe  all  die  Umgestaltungen,  wie  wir
sie  später  vorfinden,  vor  sich  gehen.  Wahr  ist,  dass  viele  Umänderungen ­
  gleich  damit  eintreten,  manche  davon  aber  kommen
oft  erst  geraume  Zeit  später  zum  Vorschein.  So  haben  wir
gesehen,  dass  in  der  athenischen  Finanzverwaltung  nach  dem
peloponnesischen  Krieg  Veränderungen  statthaben  mussten.
Die  nothwendigsten  wurden  gleich  ins  Werk  gesetzt,  andere
finden,  wie  es  in  der  Natur  der  Sache  lag,  später  Eingang.  Es
dauerte  eine  Weile,  bis  der  attische  Finanzapparat  wieder
vollständig  in  Ordnung  gebracht  war.  Unter  den  Aemtern,
welche  einige  Zeit  nach  Euklid  eingeführt  wurden,  ist  auch
das  des  Volkszahlmeisters  (xapi«?  toü  zu  nennen.  Wann
das  Amt  errichtet  wurde,  lässt  sich  schwer  sagen.  Sicher  ist,
dass  es  unter  Euklid  selbst  nicht  geschah,  weil  damals  noch
behufs  Herstellung  von  Inschriften  die  Poleten  die  Steinarbeiten
verdingten  und  die  Kolakreten  die  Zahlung  leisteten.  Auch
das  scheint  nicht  vollkommen  fest  gestellt  werden  zu  können,
dass  es  vor  dem  Archontat  des  Nausinikos  schon  einen  trapla?
toü  Sr,p.ou  gab.  Köhler  ergänzt  zwar  Z.  4—6  der  Inschrift  nr.  12:
t'o  [8]s  [apv’jp'.ov  de  xrjv  axiqXrjv  Soüvat  xb]v  taptav  [x]oü  [S-qpou  jy.  xüv  d~
<Jdi<pi'ap.axa  ävaAta]y.op.£v[(i)v  und  bemerkt  zur  Texterklärung:  ,foedus
cum  Seutha  Maesadae  filio  Odrysarum  rege  Thrasybulo  auetore
Ol.  97.  2/3  (390  a.  Ch.)  primum  ictum  esse,  narrat  Xenophon
Hell.  IV,  8,  26.  Sed  Chabriam  tum  temporis  in  Thracia
versatum  fuisse  vix  credi  potest,  et  insunt  etiam  in  ipso  titulo
quae  probare  videntur  eum  paullo  recentiorem  esseh  Ob  dieser
Titel  nicht  unter  Ol.  100.  3  herabgerückt  werden  könnte,  wage
ich  zwar  nicht  zu  entscheiden;  Ergänzungen  wie  Z.  3  p.evot  xöfv]
a[up.p,öX(i)v  ?]  und  Z.  22  [oup.p,]d/[(ov]  scheinen  beinahe  dafür  zu
sprechen.  Mit  meiner  Auffassung  der  Dinge  würde  es  eher  zusammenstimmen, ­
  wenn  das  Amt  eines  xapia?  toü  -Siqp.ou  unter  dem
Archon  Nausinikos  oder  etwas  später  erst  nachweisbar  wäre.
Worin  der  Schwerpunkt  des  Amtes  lag,  geht  aus  dem  hervor, ­
  dass  der  xapia?  angewiesen  wird,  bestimmte  Summen
für  die  Herstellung  von  Inschriften  zu  geben:  ex.  xöv  st?  xa
v.y-'x  avaXtoxop-sviov  tm  brjp.fp  oder  abgekürzt  sx,  xtSv
y.axa  tyr,oiG[j.oac/.  äva/.toy.opevwv  xto  Svjp.(p  (vgl.  Hartei  a.  a.  0.  s.  130).
            
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