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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Fellner.

eines  Kriegszahlmeisters  aus  der  Zeit  Lykurgs  erhalten.  Damals
wurde,  wie  ich  unten  weiter  ausführen  werde,  eine  commissarische ­
  Behörde  eingesetzt,  welcher  die  Ordnung  der  heiligen
Schätze  oblag.  Diese  bezieht  (Ol.  111,  3  =  334)  aus  den
vom  raptla;  tj-paxtw'uxwv  verwalteten  Staatsüberschüssen  Gelder
für  Niken  und  Festgeräthsehaften  (et;  tä;  vi[-/.oc]  x.a!  Ta  tc[op.]T:cta). 1
Ausserdem  weiss  man,  dass  Kallias,  Sohn  des  Habron,  ein
Schwager  Lykurgs  Ol.  110.3  =  338  Kriegszahlmeister  war. 2  In
späterer  Zeit,  nach  dem  Jahre  300,  als  gewichtige  Veränderungen
in  der  athenischen  Staatsverfassung  stattfanden,  wird  der  Tap.txc
orpaTtwv.xwv  weit  häufiger  genannt.  Das  Amt  hatte  damals  an  Ansehen ­
  unstreitig  sehr  zugenommen  und  auch  Veränderungen  in
seiner  Competenz  erfahren.  Wie  Harte!  sehr  wahr  betont,  ist  der
Kriegszahlmeister  jetzt  eine  obersteVerwalttingsbehörde  geworden.
Das  geht  in  erster  Linie  aus  der  Inschrift  nr.  327  (C.  I.  A.  II)
hervor:  et;  os  -rijv  ävxYpaoYjv  [y.a!  tyjv  dvaöejmv  ty);  irrfp.Y;;  p.sp!cjxt
tov  Tspiav  [töv  jTpaTtcojTiy.öW  y.a!  tov;  Iit!  ist  Btotx.Y]aei  to  Yc[vöp,evov
ävaAw];j.a. 3  Aus  den  Inschriften,  welche  im  Corpus  vorhergehen,
ersieht  man,  dass  die  oberste  Verwaltungsbehörde,  welche  zu
jener  Zeit  bestand,  o!  etc!  ty;  Stoty.ijCct  genannt  wurde  und  die
Kosten  für  derlei  Auslagen  bestritt.  In  unserer  Urkunde  aber
wird  6  Tapia;  tmv  aTpaiuoTixwv  vor  oi  sic!  ty;  o\o'.v:rpv.  namhaftgemacht
  und  zwar  in  einer  Fassung,  welche  den  Schluss  erlaubt, ­
  dass  damals  an  der  Spitze  der  Verwaltung  eine  combinirte
Behörde  stand.  Auch  kurze  Zeit  später,  als  das  Amt  der
sFt  ty;  oisiy.Y;!7£i  wieder  in  der  Hand  eines  einzigen  Beamten
vereinigt  war,  der  den  Titel  o  e~!  ty;  Stoty.ijoet  führte,  finden  wir
sehr  häufig  den  Kriegszahlmeister  genannt  und  mit  denselben
Functionen  wie  den  obersten  Verwaltungsbeamten  betraut.
Daraus  folgt,  dass  diese  beiden  Beamten  als  oberste  Behörde
neben  einander  bestanden.  Um  ihre  gleiche  Wirksamkeit  zu
erkennen,  führe  ich  aus  vielen  Inschriften  nr.  393  und  396  an:
Et;  OE  [tyjv  ävavpasY;v  y.a!  ty;v  ävxOsotv  ty;;]  cmjXYj;  p.£p{oat  tov  e~!  te:
[oioixYjost  to  ^evojaevov  ava/.wjxa]  (393)  und  Et;  8e  [ty;v  avaYpa$Y) v  v-a'■
ty;v  ävaösotv  tt,];  gtvjXt;;  [pieptaai  tov  Tapttav  twv  OTpaTtWTiy.Jmv  to  ysjvo-1

  Köhler:  Hermes  224  ff.  und  Michaelis  a.  a.  0.  292.
2  Böckh  a.  a.  0.  1.  246.
3  Oie  Inschrift  ist  kurze  Zeit  vor  dem  chremonideischen  Krieg;  zu  setzen.
            
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