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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Attische  Finanzvervraltung  im  fünften  und  vierten  Jahrhunderte.

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In  Perikies  Zeit  zeigt  sich  das  lebhafte  Bestreben,  es
dahin  zu  bringen,  dass  alle  Athener  an  den  Leiden  und
Freuden  des  Staates  innigen  Antheil  nehmen.  Gross  und
gewaltig  stand  damals  die  athenische  Bürgerschaft  da.  Ihre
Führer  waren  bestrebt,  diese  Macht  des  Staates  zur  Anschauung ­
  zu  bringen.  Daher  führten  sie  die  mächtigen,  von
ganz  Griechenland  angestaunten  Bauten  auf,  daher  auch  begingen ­
  sie  die  Götterfeste  —  da  immer  viele  Fremde  in  Athen
weilten  —  mit  einer  früher  nie  gesehenen  Pracht.  Den  ärmeren
Bürgern  wäre  es  bei  der  Menge  der  Feste  schwer  gefallen  an
allen  Vergnügungen,  die  der  Staat  damit  verband,  theilnehmen
zu  können,  wie  z.  B.  an  den  Schauspielen,  für  die  ein  Eintrittsgeld ­
  gezahlt  werden  musste.  Von  Staatswegen  wurden  daher  den
ärmeren  Leuten  Festgelder  ausgezahlt,  damit  dieselben  sich
mit  den  Reichen  zugleich  freuen  konnten.  Dieser  Vorgang  ist
vor  Euklid  unter  dem  Namen  der  Diobelie  überliefert  (sic  xy;v
SiwßsXi'av  s3cor ( ). 1  Nach  dem  peloponnesischen  Kriege  konnte
bei  der  schlechten  finanziellen  Lage  des  Staates  von  einer
Diobelie  nicht  die  Rede  sein.  Nachdem  sich  aber  der  Staat
wieder  etwas  erholt  hatte,  drängten  die  leichtlebigen  Athener
so  lange,  bis  endlich  die  Festgelder  wieder  eingeführt  wurden,
Demagogen  gab  es  genug,  welche  das  Volk  dadurch
für  sich  zu  gewinnen  suchten.  Der  Zeitpunkt,  wann  dieses
geschah,  lässt  sich  ziemlich  annähernd  bestimmen.  Harpokration
sagt  unter  Öswpr/.ä:  Gsürptza  r ( v  xiva  sv  y.oivw  yp^p.aTa  axb  xöv  xijc
xcAswp  xpoaoSwv  auvayogeva -  xa-jxa  os  xpixspov  p.sv  dq  zaq  xoü  xoAsp.o'J
y.pdaq  säpuXäxxsTO  y.at  ezaAeixo  Gxpaxiümxd,  ocxspiv  3s  y.axsxiGsxo  dq
Ts  xac  3-pp.oc;ic<c  y-axaraeuä?  y.a!  otavop.ac,  tov  xp£5xoi;  ripqcno  Ayißp'.oc.
Von  einem  Manne,  der  diesen  Namen  führt,  wissen  wir  aber,
dass  er  einer  der  bedeutendsten  und  angesehensten  Volksmänner
nach  dem  peloponnesischen  Kriege  war,  dass  er  möglicherweise ­
  den  Ekklesiastensold  eingeführt  und  wenn  schon  das
nicht,  so  sicherlich  auf  drei  Obolen  gebracht  hat.  Böckh  hat
sich  mit  Recht  dafür  entschieden,  dass  auch  bei  Harpokration
im  Artikel  Theorika  derselbe  Argyrrhios  gemeint  sei  (a.  a.  0.
p.  315).  Wenn  weiter  Zenobius  berichtet,  III,  27:  ipa/y.'q  ypz/.auüca
  —  exl  Aioffiävxoo  xo  Gsürpyjxiy.bv  (1.  Gswpabv)  sysvsxs  opx/p.r^  sxsiSv;

1  C.  I.  A.  I,  188,  189.

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