412
Fellner.
haben vielmehr unter den erwähnten Schatzmeistern die xapuai
xwv tepwv ypr] p.dxiiiv xrjp ’AÖvjvai’a? y.ai xwv aXXwv Oewv zu verstehen,
die, da hier keine ofücielle Rechnungsablage vorliegt und ein
Missverständnis unmöglich war, einfach xaptai genannt werden.
Der Gründe, welche dazu drängen, auch für später an einem
Colleg festzuhalten, sind mehrere. Es werden die verschiedensten
Werthgegenstände selbst aus späteren Jahren erwähnt, 1
welche der Artemis von Brauron gehören und vorzüglich im
Hekatompedos niedergelegt waren. Noch Ol. 106. 4 = 353/2
kommt zu den Schätzen der Artemis im Tempel der Athena
neuerdings ein Zuwachs, -io’ ey. xoü äpyaiou vsw Tiaps8[w]y,sv -q
lepei[a] xoi[?| Ixioxaxafti;] xo|y; s]tc1 0o[u8]Y)[p.]oo apyovxo? [etc] xov
Ila[p0svw]va . . . . 2 Wenn dann goldene Schalen der anderen
Götter in der Uebergabsurkunde des Parthenon von Ol. 109. 1
genannt werden: n) Z. 58 — 60. [tciccXa! . . .]: y[p]üaat xwv ä'XXwv
Oewv, | [a'Youaoa axaOp.ov, 5 i^iyiyjponixoii exi xai? <pt[ä]Xaii; | [. . .] und
o) Z. 60—61. JytäXvj ypujafj xwv aXXwv Oswv (Kirchhoff a. a. 0.),
und Inschriften von Weihgegenständen der Demeter und
Aphrodite auf der Burg reden, 3 so geht aus all dem zur
Genüge hervor, dass nicht allein in den ersten Jahren
nach Euklid, sondern viel später die Schätze der verschiedenen
anderen Götter nicht von einem eigenen Colleg verwaltet
wurden, sondern vielmehr von den Schatzmeistern der Athena,
weil diese Werthgegenstände sonst nicht im Hekatompedos
oder Parthenon sich hätten befinden können.
Wir haben ausserdem aus der lykurgischen Zeit eine
Urkunde erhalten, in welcher die xapu'at xwv aXXwv Oewv sicher
genannt worden sein müssten, wenn sie in der damaligen
Zeit vorhanden gewesen wären. Es ist die Inschrift C. I. A. II.
nr. 163, in welcher Bestimmungen über die feierlichen Abhaltungen
der jährlichen Panathenäen getroffen werden. Man
liest Z. 7 ff.: ejtpvjqjicöai xw o'/p.w, xa jxsv aXXa xaOa j [xep xvj ßouXjj,
6]6eiv oe xou? iepoxoiou? zdq p.ev 060 | [Oosta? x/v xe xrj] ’A0v)Vfit xjj
‘Yyteia y.al xvjv ev xw ap [ jxsvyjv y.aOdxep xpoxepov
zai vsip.avx | [a? xoi? xpoxdvjeuiv xevxe p.epi'oaq y.at xoü; evvea ap |-1
Vgl. Michaelis a. a. O. p. 307 ff.
2 Ich gebe den Text nach Michaelis a. a. O. p, 309, der die Sammelwerke
anführt.
3 Vgl. Michaelis a. a. O. p. 369 und Ephem. 4040.