Attische Finanz Verwaltung im fünften nnd vierten Jahrhunderte.
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Kreis unserer Betrachtung- ziehen. Eines der meist besprochenen
Denkmäler in dieser Hinsicht ist die jetzt ira C. I. A. II.
nr. 38 verzeichnete Inschrift, welche schon Böckh verwerthet
hat (Staatsli. 1, p. 215). Von Wichtigkeit sind die Zeilen:
pEpc'aat os to äpf-uptcv xo £?p7)p.£vcv xou; aTOOEy.xa; ey. xöv y.axaßaXXopevcov
/pYjpaxuv, siistoav xä sy. xöv vopcov pspfawatv Z. 18 ff. Dieselben
im Sinne Böckhs aufgefasst, sind zu deuten, ,dass die
Apodekten zu bestimmter Zeit aus den eingezahlten Geldern die
Austheilung der gesetzlich zu bestimmten Zwecken angewiesenen
Summen machen'. In jüngster Zeit wurde von W. Hartei 1
folgende Erklärung vorgeschlagen: ,Vielmehr werden hier die
Apodekten angewiesen, die Zahlung, nachdem oder für den
Fall, dass sie die gesetzlich bewilligten Summen aufgebracht
haben, ey. xöv xaxaßaXXopsvwv ypyipdxwv zu leisten. Das waren
aber jene Geldei-, zu welchen man, wie wir aus Demosthenes,
Rede gegen Timokrates 96. S. 730, 23 wissen, im Falle der Noth
seine Zuflucht nahm: sgxcv öptv y.upco; vopo;, heisst es dort, xou;
syovxa; xa G’ cspd y.ac xi öaca -/pppaxa zaxaßaXXEcv ei? xo
ßouXsGxrjptov. ocd xot'vuv xou vopou xoöxou Stoiy.eixoa xa y.ocvä • xa yap eie
xd; iy.y.Xvjexa; y.at xa; Gucc'a; y.at xrjv ßouXr,v y.al xou; bxrrea; y.ai xSXXa
Zp^jj.ax’ avaXcay.6p.ev’ oüxo; eaG’ 6 vöp,o; ö ixotöv TxpoaeuxxopeiaGat. ou -pap
ovxcov '.y.avöv xöv ey. xöv xeXöv -/ppp.äxtvv xp Sconojasc, xa xpoay.axaßX^p.ax’
ovopa£6psva otd xov xou vopou xoixou (yoßov y.axaßocXXexat.‘
Zum letzteren Punkte der Erklärung Harteis möchte ich im
Vorhinein bemerken, dass es nicht nothwendig ist, unter den ey.
xöv y.axaßaXXopevwv ypYjpdxuv der Inschrift unbedingt Gelder zu verstehen,
welche im Falle der Noth aufgebracht wurden. Aus
inschriftlichen Zeugnissen erhellt, dass der Ausdruck yp-^paxa y.axaßaXXecv
die gewöhnliche Formel für das Abliefern der Gelder ist,
wie die Worte xouxo y.axsßocXop,£v axxooey.xai; oder xouxo y.axeßXvjGy)
äxroäey.xai; beweisen (vgl. u. a. Seeurkd. XI b, 15 ff., p. 402 und
XIII d, 170 ff., p. 450). Ferner ist zu berücksichtigen, dass die
Apodekten nicht allein zu Anfang des Jahres Gelder in Empfang
nahmen, sondern dass dies, da die Einkünfte des attischen
Staates so verschiedenartig waren, auch während des Jahres
geschah. Man lese z. B. die Urkunde XIV c, 110 ff., p. 485:
1 Studien über attisches Staatsreeht, und Urkundenwesen von W. Hartei,
1878, p. 134, oder Sitzungsberichte der Wiener Akad. d. W., XCI. Bd.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XCV. Bd. I. Hft. 26