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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Attische  Finanz  Verwaltung  im  fünften  nnd  vierten  Jahrhunderte.

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Kreis  unserer  Betrachtung-  ziehen.  Eines  der  meist  besprochenen
Denkmäler  in  dieser  Hinsicht  ist  die  jetzt  ira  C.  I.  A.  II.
nr.  38  verzeichnete  Inschrift,  welche  schon  Böckh  verwerthet
hat  (Staatsli.  1,  p.  215).  Von  Wichtigkeit  sind  die  Zeilen:
pEpc'aat  os  to  äpf-uptcv  xo  £?p7)p.£vcv  xou;  aTOOEy.xa;  ey.  xöv  y.axaßaXXopevcov
  /pYjpaxuv,  siistoav  xä  sy.  xöv  vopcov  pspfawatv  Z.  18  ff.  Dieselben ­
  im  Sinne  Böckhs  aufgefasst,  sind  zu  deuten,  ,dass  die
Apodekten  zu  bestimmter  Zeit  aus  den  eingezahlten  Geldern  die
Austheilung  der  gesetzlich  zu  bestimmten  Zwecken  angewiesenen
Summen  machen'.  In  jüngster  Zeit  wurde  von  W.  Hartei 1
folgende  Erklärung  vorgeschlagen:  ,Vielmehr  werden  hier  die
Apodekten  angewiesen,  die  Zahlung,  nachdem  oder  für  den
Fall,  dass  sie  die  gesetzlich  bewilligten  Summen  aufgebracht
haben,  ey.  xöv  xaxaßaXXopsvwv  ypyipdxwv  zu  leisten.  Das  waren
aber  jene  Geldei-,  zu  welchen  man,  wie  wir  aus  Demosthenes,
Rede  gegen  Timokrates  96.  S.  730,  23  wissen,  im  Falle  der  Noth
seine  Zuflucht  nahm:  sgxcv  öptv  y.upco;  vopo;,  heisst  es  dort,  xou;
syovxa;  xa  G’  cspd  y.ac  xi  öaca  -/pppaxa  zaxaßaXXEcv  ei?  xo
ßouXsGxrjptov.  ocd  xot'vuv  xou  vopou  xoöxou  Stoiy.eixoa  xa  y.ocvä  •  xa  yap  eie
xd;  iy.y.Xvjexa;  y.at  xa;  Gucc'a;  y.at  xrjv  ßouXr,v  y.al  xou;  bxrrea;  y.ai  xSXXa
Zp^jj.ax’  avaXcay.6p.ev’  oüxo;  eaG’  6  vöp,o;  ö  ixotöv  TxpoaeuxxopeiaGat.  ou  -pap
ovxcov  '.y.avöv  xöv  ey.  xöv  xeXöv  -/ppp.äxtvv  xp  Sconojasc,  xa  xpoay.axaßX^p.ax’
ovopa£6psva  otd  xov  xou  vopou  xoixou  (yoßov  y.axaßocXXexat.‘
Zum  letzteren  Punkte  der  Erklärung  Harteis  möchte  ich  im
Vorhinein  bemerken,  dass  es  nicht  nothwendig  ist,  unter  den  ey.
xöv  y.axaßaXXopevwv  ypYjpdxuv  der  Inschrift  unbedingt  Gelder  zu  verstehen, ­
  welche  im  Falle  der  Noth  aufgebracht  wurden.  Aus
inschriftlichen  Zeugnissen  erhellt,  dass  der  Ausdruck  yp-^paxa  y.axaßaXXecv
  die  gewöhnliche  Formel  für  das  Abliefern  der  Gelder  ist,
wie  die  Worte  xouxo  y.axsßocXop,£v  axxooey.xai;  oder  xouxo  y.axeßXvjGy)
äxroäey.xai;  beweisen  (vgl.  u.  a.  Seeurkd.  XI  b,  15  ff.,  p.  402  und
XIII  d,  170  ff.,  p.  450).  Ferner  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die
Apodekten  nicht  allein  zu  Anfang  des  Jahres  Gelder  in  Empfang
nahmen,  sondern  dass  dies,  da  die  Einkünfte  des  attischen
Staates  so  verschiedenartig  waren,  auch  während  des  Jahres
geschah.  Man  lese  z.  B.  die  Urkunde  XIV  c,  110  ff.,  p.  485:

1  Studien  über  attisches  Staatsreeht,  und  Urkundenwesen  von  W.  Hartei,
1878,  p.  134,  oder  Sitzungsberichte  der  Wiener  Akad.  d.  W.,  XCI.  Bd.
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCV.  Bd.  I.  Hft.  26
            
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