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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Attische  Finanzverwaltung  im  fünften  und  vierten  Jahrhunderte.

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Lobrede  hält  und  die  verschiedenen  Aemter,  welche  dieser
bekleidete,  vermengt,  wie  daraus  zu  ersehen  ist,  dass  smp.sAYjTfjC
twv  8y](i,ocn'wv  tipocoowv  mit  äp^wv  im  v'r t 'i  «utyjv  Stobtvjaiv  und  einfach
mit  ap/tov  wechselt. 1
Wie  also  auch  aus  diesen  Erörterungen  hervorgeht,  hat  man
mit  Recht  die  von  Müller-Strübing  wieder  aufgenommene  Hypothese ­
  über  einen  voreuklidischen  Staatsschatzmeister  zurückgewiesen; ­
  aber  gerade  in  Folge  dieser  Zurückweisung  drohen
andere  irrige  Auffassungen  in  die  attische  Geschichte  des  fünften
Jahrhunderts  sich  einzuschleichen.  Man  neigt  jetzt  sehr  dahin,
die  Feldherrngewalt,  besonders  wie  Perikies  sie  gehabt  hat,
häufig  mit  ausserordentlichen  Machtbefugnissen  sich  ausgestattet
zu  denken.  Was  die  Stellung  der  Strategen  anbelangt,  so  wird
jeder  gern  zugeben,  dass  sie  das  angesehenste  Amt  in  Athen
versahen.  Man  ist  aber  nicht  zu  dem  Schlüsse  berechtigt,  der
auch  gezogen  wurde:  summa  denique  totius  reipublicae  potestas
ante  Euclidis  annum  penes  praetorum  consilium  fuisse  videtur. 2
Wir  haben  ja  Beamte  vor  uns,  die  sich  in  den  Rahmen  der
athenischen  Verfassung  fügen  mussten,  in  welchem  Bule  und
Ekklesia  die  beiden  treibenden  Factoren  bildeten.  Dem  steht
nicht  entgegen,  dass  Feldherren  in  gewissen  Fällen  mit  einer
ausserordentlichen  Gewalt  in  militärischer  und  finanzieller
Hinsicht  ausgestattet  wurden.  Nicht  mit  Unrecht  werden  wir
uns  den  Kimon  auf  seinen  verschiedenen  Expeditionen  an  der
hellespontischen,  thrakisclmn,  jonischen,  karischen  und  pamphylischen
  Küste  in  einer  so  bevorzugten  Stellung  denken.
Ueber  eine  ähnliche  Macht  dürfte  Perikies  in  dem  so  kritischen
Zeitpunkte  verfügt  haben,  als  Euböa  und  Megara  abfielen  und
die  Peloponnesier  in  Attika  einbrachen.  Thukydides  spricht  da
immer  nur  von  dem  einen  Feldherrn  Perikies. 3  Derselbe  setzt
nach  Euböa  über,  geht  auf  die  Kunde  vom  Abfall  Megaras  und  dem
bevorstehenden  Einbi’uch  der  Peloponnesier  nach  Attika  zurück
'  Es  mag  gleich  hier  erwähnt  werden,  dass  es  nicht  mehr  angehen  dürfte:
£"'.u.:),7jTrjC  töv  [xotvöSv]  xooaoSuv  mit  den  Titulaturen:  6  im  ~fj  Sioixrjffei
und  Taptag  xoiv%  xpoadoou  zu  identificiren.
2  Arnold.  De  ....  praetoribus.  Leipzig.  Diss.  1873.
3  Dass  Perikies  damals  über  eine  bedeutende  Casse  verfügt  habe,  geht
aus  der  Verwendung  der  ,10  Talente 1  hervor.
            
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