Historische Forschungen in der Bibliothek zu St. Petersburg.
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Gegenkönige Stanislaus ins Ausland zu folgen und in Lothringen
reiche Benefizien anzunehmen, fand er neben seinem Vermögen
die hinreichenden Mittel, seine Bibliothek nach Wunsch zu
vermehren; darum sagten wir, dass gerade die politischen
Wirren dem strebsamen Manne günstig waren, um seiner
Bücherliebhaberei nachgehen zu können.
Als die Zustände Polens um das Jahr 1733 durch die
Wahl des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. (III.)
zum Könige sich zu regeln anfingen, kehrte Graf Josef in die
Heimat zurück, wählte Warschau zu seinem gewöhnlichen
Sitze, und hier war es, wo er 1747 seine und die seines
Bruders Andreas, Bischofs von Krakau, bereits catalogisirte
Bibliothek mit grosser Feierlichkeit dem Publikum öffnete,
selbe, sammt dem Palais worin sie stand, und das im Werden
begriffene Museum, dem Vaterlande für immerwährende Zeiten
durch eine eigene Schrift, welche zugleich die Bestimmungen
des Donators über die Verwaltung und Benützung der Bibliothek
enthält, zu Eigen gab mit der Motivirung: ,ut exstet perpetuum
quoddam quasi monumentum meae erga sedcm apostolicam devotionis,
cum qua (bibliotheca) cupio huiusmodi legato conscientiam
meam exonerara, si quos fructus ex reditibus meis
ecclesiasticis, dum vixi, male forsan, perceperim'. 1 Wir besitzen
diese Bestimmungen und eine gleichzeitige, kostbare Relation
über diesen am 3. August 1747 stattgefundenen Akt,
von dem wir hier Einiges dem freundlichen Leser mittheilen.
Josef Zaluski sagt in dieser Schrift, dass seit 46 Jahren
an der Bibliothek gesammelt wurde. Da nun, wie wir wissen,
Graf Josef 1701 geboren war, so ist klar, dass hier auch von
den Büchern seines viel älteren Bruders Andreas, die Rede ist,
welcher damals, als die Inauguration stattfand, Bischof von
Krakau war. Leider wurde nach seinem, wie oben gesagt,
am 16. Dezember 1758 erfolgten Tode diese bischöfliche Schenkung
wegen gewissen Formenfehlern seines Testaments revocirt,
so dass blos ein Kapital von 46.000 Gulden polnisch und
von den Büchern 2500 Bände für die Warschauer Bibliothek
übrig blieben; doch dies störte den Gründungseifer des Grafen
1 Catalogue des publications de la bibliotheque imperiale publique de
Saint-Petersbourg depuis sa fondation jusqu’ en 1861 etc. 4% und darin
pag. X Ritus inaugurationis, worin pag. XVI die obige Stelle vorkommt.