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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Hofier.

zu  arbeiten;  es  gelang'  ihm  nicht  einmal  die  Befreiung  Balduins ­
  zu  erwirken,  dessen  Haft  wohl  etwas  erträglicher  wurde
—  er  war  anfänglich  bis  zum  Halse  mit  Ketten  beladen  —
der  aber  zuletzt  mit  abgehauenen  Armen  und  Beinen  in  einen
Abgrund  geworfen  wurde,  in  welchem  er  kläglich  unterging.
Stadt  für  Stadt  auf  lateinisch-griechischem  Boden  wurde  jetzt
ausgeplündert,  ausgemordet;  das  neue  Reich  war  wenigstens
insoferne  ein  bulgarisches,  dass  es  wie  dieses  in  den  Tagen
Krum’s  das  herrlichste  Land  zur  Wüste  machte,  nur  wilde
Thiere,  aber  kein  Romäer  oder  Lateiner  sollte  es  bewohnen.
Der  heil.  Demetrios  selbst  musste  endlich  kommen  und  den
Romäoktonos  bei  nächtlicher  Weile  ermorden.  Johannicius
hatte  sich  mit  dem  Anführer  der  Bulgaren  entzweit  und  dieser
zog  vor,  anstatt  ermordet  zu  werden,  den  Kaiser-König  selbst
zu  ermorden  (1207).
Daraus  dürfte  denn  doch  eine  Reihe  von  Thatsachen  als
sicher  hervorgehen.
1.  Bulgarisches  Reich  im  wahren  Sinne  des  Wortes  war
nur  das  ältere,  welches  durch  die  blutige  Regierung  des  Basilios
  Bulgaroktonos  und  die  romäische  Herrschaft  von  der
Asanidenherrschaft  getrennt  ist.
2.  Die  Gründer  des  erneuten  Bulgarenreiches  waren
Wlachen  und  nicht  Bulgaren,  von  romänischer  Abkunft  und
das  neue  Reich  vom  Jahre  1186  ein  wlachisch-bulgarischcs.
3.  Die  Erhebung  des  Jahres  1186  gmg  von  Wlachen
aus,  stützte  sich  vorzüglich  auf  die  Kumanen,  riss  die  Bulgaren ­
  mit  sich  fort,  und  so  unterscheidet  sich  dieses  bulgarischwlacliische
  Reich  wesentlich  von  dem  ersten;  es  ist  ein  vorzugsweise ­
  wlachisches  Reich,  das  sich  bulgarisch  nennt,  weil
es  den  wlachischen  Brüdern  gelang,  sich  auch  zu  Herrschern
von  Bulgarien  zu  erschwingen.
4.  Erst  nachdem  dieses  geschehen  war,  erfolgte  auch  die
Bemühung,  das  neue  wlachische  Herrschergeschlecht  mit  dem
alten  bulgarischen  in  geschichtliche  und  verwandtschaftliche
Beziehungen  zu  bringen,  was  rein  willkürlich  und  irrthümlich
  war.
5.  Das  ganze  Verhältniss  der  Wlachen  zu  den  Bulgaren
und  Kumanen  hat  man  sich  somit  anders  als  bisher  zu  denken.
Welche  Folgerungen  aber  hieraus  für  die  Geschichte  der
            
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