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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte  I.

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Geschichtsbücher  überging. 1  Selbst  wo  Geoffroy  ausdrücklich
roi  de  Blakie  hat,  setzt  der  Uebersetzer  roi  des  Bulgare ­
  s. 2  Geoffroy  redet  nicht  wie  Niketas  von  den  Skythen,
sondern  von  Rumänen  und  Wlachen. 3  Die  gefangenen  Einwohner ­
  romäischer  Städte  werden  auf  Befehl  des  Königs
Johannes  nach  Blaquie  in  den  Kerker  geschleppt. 4  Allmälig
(seit  1206)  hört  man  auch  von  einem  Czaren  von  Wlachen  und
Bulgaren, 5  sogleich  aber  wieder  von  einem  kumanischen.
Auch  Heinrich  von  Valenciennes,  der  Nachfolger
Geoffroy’s  von  Villeharduin,  spricht  regelmässig  von  Blas  et
Comains; 6  er  erwähnt,  dass  Esclas,  Vetter  des  Beherrschers
der  Blas  und  Comains,  Burille,  für  Blaquie  la  Grant  Lehensmann ­
  Kaiser  Heini'ichs  wurde.
Diese  Thatsachen  dürften  denn  doch  schon  an  und  für
sich  genügen,  um  zu  beweisen,  dass  das  neue  bulgarische  Reich
der  Asaniden  vor  Allem  ein  wlachisches,  somit  romanisches
war  und  vorherrschend  diesen  Charakter  an  sich  trug.  Doch
scheint  noch  immer  dieser  Anschauung  entgegenzustehen,  dass
dasselbe  von  Peter  und  Asan  in  Trnowo,  der  altbulgarischen
Hauptstadt,  begründet  wurde,  und  zweitens  tritt  der  Anerkennung ­
  der  Asaniden  als  Wlachen  selbst  scheinbar  ihre  directe
Behauptung  entgegen,  sie  seien  aus  dem  Stamm  der  altbulgarischen ­
  Czaren  hervorgegangen,  somit  das  Reich  und  sein
Fürstenhaus  acht  bulgarisch  und  nicht  wlachisch.  Wir  werden
diesen  Einwurf  genau  erörtern  müssen.

1  Michaud  et  Poujonlat,  nouv.  Collection  I.  So  p.  88.  89.  Auf  dem  Wege
nach  Salonichi  kam  der  Markgraf  Bonifacio  in  eine  ,ville:  la  Blache 1
(wohl  die  von  Ansbert  bezeichnete  Gegend  Blachia),  p.  65.
2  p.  78.  79.  Wo  Geoffroy  Johanni  le  roi  de  Blakie  et  de  Bougrie  hat,  p.  89,
heisst  es:  roy  de  Bulgarie.  Auch  p.  92.  Statt  Johannis  p.  90  setzt  er:
le  roy  de  Bulgarie.
3  li  Comains,  p.  81.  li  Comains  et  li  Blae  et  li  Grien,  p.  82.  90.  91.  Uebrigens
  lernen  wir  auch  aus  Geoffroy,  dass  die  Poplicane  (Manicheans)  sich
dem  Wlachenkönige  ergeben  hatten,  p.  90.
4  p.  93.  94.  Das  bezeichnet  endlich  die  französische  Uehersetzung  als
Valaehie.
5  p.  102.
6  Michaud  1,  p.  121.  Die  französische  Uehersetzung  hat  wieder:  les  Bulgares
et  les  Comains.
            
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