Abhandlungen ans dem Gebiete der elavischen Geschichte I.
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wurde; ein Klein-Wlachien auf der anderen Seite des Pindos,
ein Weiss-Wlachien in Mösien, dem sich ein Schwarz-Wlachien
in der Moldau gegenüberstellt; 1 in der Rhodope, in der Dobrudza,
bei Anchialis und Bizye. 2 Ansbert, der kenntnissreiche
Verfasser der Geschichte des Kreuzzuges Kaiser Friedrichs I.,
kennt in der Kühe von Thessalonika ein fruchtbares Land,
Flachiam 3 genannt. Koch mehr. Er, der den Grossherzog von
Serbien und Raseien (Crassiae), den grossen Nemanja nennt,
sehr wohl Bulgaren, Serben und Wlachen unterscheidet, nennt
auch geradezu die Gründer des zweiten Bulgarenreiches,
das unter dem Kamen der Asanidenherrschaft hervortritt,
Blachen; Peter, der auch Kalopeter heisst, ist Herr der Wlachen
(dominus blachorum). Ihre Macht, die auf der Vereinigung der
Wlachen und Kumanen beruhte, war 1190 so gross, dass sie
Kaiser Friedrich I. die namhaftesten Anerbietungen im Kampfe
mit den Romäern machten; ein serbisches Heer sollte sich anschliessen
und Constantinopel erobern helfen, Petrus aber, der
sich bereits den goldenen Reif aufgesetzt, als er die Bulgaren
für sich gewann, durch den deutschen (alemannischen) Kaiser
Beherrscher von Constantinopel werden. Rösler hat in seinen
romanischen Studien ganz recht, 4 wenn er auf den Entschluss,
welchen damals Kaiser Friedrich fasste, als auf einen ungemein
folgereichen hinwies, da das romanische Volk, welches das
Innere aller Provinzen Thraciens, Macedoniens, Thessaliens,
Mösiens erfüllte, ,an Zahl und physischer Kraft das griechische
übertraf"'. Kur, hätte er hinzufügen sollen, war es
nicht organisirt, fehlten vor Allem städtische Mittelpunkte, es
war weder politisch, noch kirchlich, noch territorial geeinigt,
es war überall und doch nirgends und erlangte einen festen
Kern zuletzt doch nur durch die in Städten lebenden Bulgaren.
Dass aber die Bewegung, die seit 1186 zur Aufrichtung eines
grossen Wlachenreiches führte, von Wlachen und begreiflich
1 1. c. p. 61.
2 Jirecek S. 218. Das Despotat von Epiros nannten die Serben das Wlachiotenland.
Bösler, die Wohnsitze der Bomänen im Mittelalter, S. 105 ff.
3 Ausdrücklich sagt Niketas, dass die Wlachen über den Istros gingen und
sich mit den benachbarten Skythen verbanden, -bv "Iorpov otourWtsajiSTOt
-ot; ix ye itovojv Ixiüat? -pocspAav, p. 487.
* S. 115.