Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

jJIanetbonisches  Geschichtswerk.

213

dass  die  Argumentation  von  Letronne  nicht  zwingend  sei,  und
es  entfällt  daher  dieser  terminus  a  quo.
Es  ist  kein  erfreuliches  Bild,  welches  uns  die  Betrachtung ­
  der  TÖ|xot  unseres  Anonymus  darbietet;  dennoch  bleiben
sie  wegen  ihrer  Ursprünglichkeit  und  Treue  für  uns  von  bedeutendem ­
  Werthe.  Ganz  anders  steht  es  mit  den  rege:,  die
uns  bei  Eusebius  erhalten  sind.  Auf  Schritt  und  Tritt  zeigen
uns  dieselben  ihre  Abhängigkeit  von  dem  Werke  unseres  Anonymus. ­
  Eines  der  merkwürdigsten  Beispiele  bieten  uns  die
Summen  am  Schlüsse  der  tcp.oi  des  Eusebius;  wiewohl  die
iv.ooc.c  des  Eusebius  im  Einzelnen  wiederholt  andere  Zahlen
aufweist  als  die  des  Africanus,  und  man  sonach  auch  eine
Abweichung  in  den  Summen  erwarten  müsste,  finden  wir,  dass
der  Verfasser  der  -rigoi  des  Eusebius  die  Summe  unseres  Anonymus ­
  einfach  herübernimmt.  Aber  nicht  bloss  von  unserem
Anonymus  A  zeigt  sich  der  Verfasser  der  -cp.o;  des  Eusebius
abhängig,  sein  Werk  trägt  vielmehr  auch  mannigfache  Spuren
der  Benützung  des  Josephus,  Herodot,  Diodor  (Ktesias)  an
sich.  Abgesehen  davon,  dass  er  bei  der  XXII.—XXV.  Dynastie ­
  ganz  willkürlich  vorgehend,  die  überlieferten  Zahlen
der  Dodekarchie  zu  Liebe  zurechtgeschnitten  hat,  finden  wir,
dass  er  bei  der  Wiedergabe  der  Nachfolger  des  Ahmes  in
einen  groben  Irrthum,  der  nur  aus  der  ungenauen  Ausdrucksweise ­
  des  Josephus  sich  erklären  lässt,  verfallen  ist.  Und  doch
hätte  ein  einfacher  Einblick  in  das  Manethonische  Geschichtswerk ­
  den  Verfasser  der  -iy.01  des  Eusebius  leicht  von  der  Unrichtigkeit ­
  seines  Beginnens  überzeugen  können,  ein  Einblick
in  das  Werk,  dessen  genaue  Kenntniss  durch  eine  Reihe  von
Angaben  der  des  Eusebius,  wie  wir  gesehen  haben,  vorausgesetzt ­
  ist.  Das  Räthsel,  vor  welchem  wir  zu  stehen  scheinen,
löst  sich  jedoch  ganz  einfach.  In  den  töp.o:  des  Eusebius  haben
wir  das  Werk  zweier  Chronographen  vor  uns.  Der  eine  derselben, ­
  den  wir  den  Anonymus  B  nennen  wollen,  hat  mit  genauer ­
  Kenntniss  der  AtYu-iraax.se  seine  Togs:  verfertigt  und  eine
Reihe  werthvoller  Manethonischer  Angaben  in  seinem  Werke
uns  erhalten.  Er  gibt  uns  die  IV.  und  V.  Dynastie  noch  als
ein  Ganzes,  wie  sie  uns  ja  auch  im  Turiner  Papyrus  entgegentritt; ­
  ebenso  fasst  er  die  XI.  und  XII.  Dynastie  zusammen.
Er  kennt  ferner  die  richtige  Reihenfolge  der  Hyksos,  das  Jahr
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.