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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Krall.

nach  dem  Tode  Darius  II.,  sondern  viel  früher  erhoben.  Denn
ausdrücklich  versichert  uns  Diodor  1  zum  Jahre  411,  dass
Aegypten  einen  eigenen  König  gehabt  habe,  der  im  Bunde  mit
dem  Könige  der  Araber  sogar  einen  Angriff  auf  Phönicien
plante;  ferner  ersehen  wir  aus  Thukydides,  2  dass  Athen,  der
Feind  des  persischen  Reiches,  von  Aegypten,  Getreidesendungen
empfing,  denen  von  den  Lakedämoniern,  den  Verbündeten  der
Perser,  nachgestellt  wurde.  Es  lässt  diese  Stelle  uns  einen
Bund  zwischen  Athen  und  den  gegen  die  Perser  aufgestandenen
Aegyptern  vermuthen  —  also  eine  Wiederholung  dessen,  was
zu  Zeiten  des  Jnarus  und  Amyrtaeos  eingetreten  war.  Nur  ein
Moment  schien  diesen  Ausführungen  entgegenzutreten  —  die
Aegypter  im  Heere  Artaxerxes  II.  Wir  wissen  jetzt  jedoch,
dass  dieselben  Nachkommen  der  von  Amasis  gesandten  Hilfstruppen ­
  im  Heere  des  Krösus  gewesen  sind,  denen  Cyrus  als
Anerkennung  ihrer  Tapferkeit  im  inneren  Asien  Städte  eingeräumt ­
  hatte,  die  noch  zu  Xenophons  Zeiten  Aegypterstädte
hiessen. 3  Erinnern  wir  uns  nun  zum  Schlüsse,  dass  Synkellos
den  Aufstand  Aegyptens  im  zweiten  Regierungsjahre  des  Darius
No.thus  eintreten  lässt,  1  so  werden  wir  zugeben  müssen,  dass
Aegypten  nicht  erst  mit  dem  Ausgange  der  XXVII.  Dynastie
aufgestanden  sein  kann,  sondern  schon  viel  früher  sich  erhoben
haben  muss.  Zur  Ausfüllung  der  Lücke,  die  dadurch  entsteht,
reichen  die  sechs  Jahre  des  Amyrtaios  bei  Weitem  nicht  aus.
Anderseits  finden  wir  bei  Diodor 5  zum  Jahre  400/399  einen
König  Psametik  verzeichnet,  der  in  den  Listen  gar  nicht  vorkommt; ­
  wir  werden  uns  daher  bescheiden  müssen,  die  Lücke
einfach  zu  verzeichnen  und  uns  hüten,  die  XXVIII.  Dynastie
von  ihrer  Stelle  neben  Artaxerxes  I.  wegzurücken.
Hinsichtlich  der  XXIX.  Dynastie  stimmen  die  beiden
ex8äüberein,  wenn  wir  von  dem  Könige  Muthes  (1  Monat)
absehen,  den  Eusebius  mehr  hat.  Bei  der  folgenden  XXX.  Dynastie ­
  werden  im  Gegensätze  zu  Africanus,  die  Regierungsjahre

1  XIII,  4G:  KuvOavopevo;  xo'v  xe  ’Apctßwv  ßaoiWa  xai  xov  Aiyjxriüiv  EjrißoAeuetv
xoT;  jxepl  <I>otvfzr)V  -pay^ctavi,  wahrscheinlich  aus  Ephoros.
3  VIII,  35.
3  .Büdinger,  Krösus’  Sturz  p.  24.
4  p.  256  D.  Cf.  übrigens  Unger,  Chronologie  p.  294—296.
5  XIV,  35.
            
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