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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Krall.

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sich  uns  der  Synchronismus  Scheschonks  Zug  gegen  Judäa
=  5.  Jahr  des  Rehoboam  dar.  Die  Reihe  der  Vorgänger  Scheschonks, ­
  Nimrod,  Scheschonk,  Pithut,  Nebonescha,  Mausan,  die
wir  nach  Brugsch  als  assyrische  Könige  anzusehen  hätten,  1
weist  uns  sonach  in  die  Zeit,  wo  das  Reich  der  Hebräer  in
Folge  günstiger  Verhältnisse  unter  den  Vorgängern  Rehoboams,
Saul,  David  und  Salomon  im  westlichen  Asien  eine  bedeutende ­
  Stellung  einnahm.  Syrien  ist  von  der  Natur  selbst  darauf
gewiesen,  in  der  Geschichte  keine  selbstständige  Rolle  zu
spielen,  es  war  immer  der  Zankapfel  zwischen  den  Monarchien,
die  entweder  im  Nilthale  oder  am  Euphrat  und  Tigris  sich  erhoben ­
  hatten  —  nur  vorübergehend,  wenn  dieselben  zerfielen,
hat  es  eigene  Bedeutung  erlangt.  Die  ägyptische  Monarchie
war  unter  den  letzten  Ramessiden,  in  steten  inneren  Kämpfen
begriffen,  gar  nicht  in  der  Lage,  ihr  Ansehen  nach  Aussen
geltend  zu  machen;  die  assyrische  war  nacli  der  Niederlage
Tiglath-pilesar  I.  durch  die  Babylonier  bei  Hekali,  und  nach
der  unglücklichen  Schlacht  seines  dritten  Nachfolgers  Assurrab-amar
  unweit  Karchemisch,  die  die  vorübergehende  Unabhängigkeit ­
  Syriens  begründete,  ganz  zerfallen. 2  Die  nachfolgenden ­
  Könige  verloren  allmälig  alle  ihre  Eroberungen  und
sahen  sich  bald  auf  ein  kleines  Gebiet  in  der  unmittelbaren
Nähe  ihrer  Hauptstadt  beschränkt, 3  bis  endlich  mit  Tiglathadar
  am  Anfänge  des  neunten  Jahrhunderts  eine  neue  Erhebung ­
  Assyriens  begann.  In  dieser  Zeit  des  Verfalls  der  ägyptischen ­
  und  assyrischen  Monarchien  erhob  sich  gewaltig  das
Reich  der  Hebräer,  unter  David  und  Salomon  reichte  es  von
der  ägyptischen  Grenze  bis  zum  Euphrat  und  rothen  Meere  ;

1  Brugsch  tlieilt  dieselben  wühl  in  assyrische  Könige  und  Fürsten  (auf
seiner  Stammtafel  der  königlichen  Familien  der  Dynastien  XX—XXVI).
Der  Unterschied  ist  jedoch  keineswegs  stichhaltig,  da  auf  der  Inschrift
des  Pesonhor  von  Nimrod  aufwärts  alle  Vorgänger  Scheschonks  als

als  mit  derselben  Würde  bekleidet,  bezeichnet  werden  [Lepsius

1.  1.  p.  ‘288  A].  Es  waren  sonach  Nimrod  und  seine  Vorgänger,  Buiuuaua
ausgenommen,  insgesammt  assyrische  Könige  oder  es  war  es  deren  keiner.
2  Menant,  Annales  p.  53—50.
3  Rawlinson,  The  five  great  Mouarehies  II.  80—83.  Oppert,  Histoire  des
empires  de  Chaldee  et  d’Assyrie  p.  61—G9.  Menant,  Annales  p.  59—64.
Maspero,  Histoire  ancienne  p.  342—543.
            
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