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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Manethomscheß  Geschiclitswerk.

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Lauth  1  und  Unger, 2  auf  die  wir,  sowie  wir  das  Sothisbuch
berühren,  verweisen,  ist  die  Bedeutung  des  Vetus  Chronicon
klar  gelegt,  wir  wissen  nun,  dass  seine  Quelle  die  des
Eusebius  waren,  und  dass  es  allein  Anscheine  nach  in  der
zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts  entstanden  ist.
Auch  die  Unechtheit  des  Sothisbuches  ist  von  Boeckh 3
mit  durchschlagenden  Gründen  dargethan  worden,  v.  Gutschmid 4
und  im  Anschlüsse  an  ihn,  Lauth 5  haben  die  Werthlosigkeit
der  von  dem  Sothisbuche  als  manethonisch  gegebenen  Zahl
3555  zur  Gewissheit  erhoben;  Lepsius 6  und  Unger 7  verdanken
wir  den  Nachweis,  dass  es  jünger  als  das  Vetus  Chronicon
ist,  dem  es  nach  Zweck  und  Werth  vollkommen  gleichsteht.
Zur  Ausfüllung  der  Dynastien,  die  in  den  ohne  namentliche ­
  Angabe  der  einzelnen  Könige  aufgeführt  erscheinen,  hat
der  Verfasser  des  Sothisbuches  die  willkürlichsten  Namen  erfunden ­
  —  so  die  ganze  Reihe  von  Ramesses,  Ramessomenes,
Ramesseseos,  Ramessomeno,  Ramesse  Jubasse,  Ramesse  Uaphru,
die  wie  Lepsius  und  Lauth s  dargethan  haben,  die  XVI.  Dynastie ­
  der  T5JJ.01  darstellen  sollen.
Ebenso  wenig  als  das  Vetus  Chronicon  und  das  Sothisbuch ­
  ,  werden  wir  bei  unseren  Untersuchungen  ein  drittes
Machwerk  in  Betracht  ziehen,  nämlich  die  angebliche  eratosthenische
  Liste,  die  uns  Synkellos  theilweise  erhalten  hat.
Schon  Rask  hat  darauf  hingewiesen,  dass  die  fünfzehn  ersten
Könige  dieser  Liste  gerade  wie  die  fünfzehn  Geschlechter  des
Chronicon  443  Jahre  umfassen,  in  neuester  Zeit  hat  Id.  Diels
den  Beweis  erbracht,  dass  die  Liste  ein  Machwerk  der  nachchristlichen ­
  Zeit  sei.  9
Nachdem  wir  uns  also  den  Weg  frei  gemacht  haben,
wenden  wir  uns  zur  Betrachtung  der  Manethonischen  Frag-1
  Manetho  p.  14  f.
2  Chronologie  des  Manetho  p.  20  f.
3  Manetho  p.  396  f.
4  Beiträge  zur  Geschichte  des  alten  Orients  p.  8.
5  Manetho  p.  17.
6  Chronologie  p.  413  f.
7  Chronologie  Manetho’s  p.  29  f.
8  Manetho  p.  22.
9  Chronologische  Untersuchungen  über  Apollodor's  Chronica  (Rheinisches
Museum  31  Bd.,  p.  1  f.).
            
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