Manethomscheß Geschiclitswerk.
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Lauth 1 und Unger, 2 auf die wir, sowie wir das Sothisbuch
berühren, verweisen, ist die Bedeutung des Vetus Chronicon
klar gelegt, wir wissen nun, dass seine Quelle die des
Eusebius waren, und dass es allein Anscheine nach in der
zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts entstanden ist.
Auch die Unechtheit des Sothisbuches ist von Boeckh 3
mit durchschlagenden Gründen dargethan worden, v. Gutschmid 4
und im Anschlüsse an ihn, Lauth 5 haben die Werthlosigkeit
der von dem Sothisbuche als manethonisch gegebenen Zahl
3555 zur Gewissheit erhoben; Lepsius 6 und Unger 7 verdanken
wir den Nachweis, dass es jünger als das Vetus Chronicon
ist, dem es nach Zweck und Werth vollkommen gleichsteht.
Zur Ausfüllung der Dynastien, die in den ohne namentliche
Angabe der einzelnen Könige aufgeführt erscheinen, hat
der Verfasser des Sothisbuches die willkürlichsten Namen erfunden
— so die ganze Reihe von Ramesses, Ramessomenes,
Ramesseseos, Ramessomeno, Ramesse Jubasse, Ramesse Uaphru,
die wie Lepsius und Lauth s dargethan haben, die XVI. Dynastie
der T5JJ.01 darstellen sollen.
Ebenso wenig als das Vetus Chronicon und das Sothisbuch
, werden wir bei unseren Untersuchungen ein drittes
Machwerk in Betracht ziehen, nämlich die angebliche eratosthenische
Liste, die uns Synkellos theilweise erhalten hat.
Schon Rask hat darauf hingewiesen, dass die fünfzehn ersten
Könige dieser Liste gerade wie die fünfzehn Geschlechter des
Chronicon 443 Jahre umfassen, in neuester Zeit hat Id. Diels
den Beweis erbracht, dass die Liste ein Machwerk der nachchristlichen
Zeit sei. 9
Nachdem wir uns also den Weg frei gemacht haben,
wenden wir uns zur Betrachtung der Manethonischen Frag-1
Manetho p. 14 f.
2 Chronologie des Manetho p. 20 f.
3 Manetho p. 396 f.
4 Beiträge zur Geschichte des alten Orients p. 8.
5 Manetho p. 17.
6 Chronologie p. 413 f.
7 Chronologie Manetho’s p. 29 f.
8 Manetho p. 22.
9 Chronologische Untersuchungen über Apollodor's Chronica (Rheinisches
Museum 31 Bd., p. 1 f.).