Manethonisclies Gescliiclitswerk.
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König sein musste, sowie von Heracles und dem grausamen
Busiris; 1 von jüdischer dagegen die Geschichten Abrahams,
Josephs, des Auszugs und besonders die Zeitrechnung der Erschaffung
der Welt, der Sündfluth und der Völkerzerstreuung,
die sich bei den ursprünglich niederen Zahlen der heiligen
Bücher, mit den hohen Ansätzen der Aegypter nicht vereinbaren
Hessen.
Wiewohl ich in anderen Untersuchungen, auf den Einfluss,
welchen die ägyptischen chronographischen Systeme auf
die der Griechen und Juden geübt haben, zurückzukommen
gedenke, so muss ich doch auch in diesem Zusammenhänge
auf einen Punkt eingehen, der für unsere Ueberlieferung der
Manethonischen xogot von der höchsten Bedeutung gewesen ist
— ich meine die erhöhten Zahlen der Septuaginta. Im 3. und
2. Jahrhunderte vor Christi ist diese griechische Uebersetzung
des alten Testaments entstanden, 2 in einer Zeit sonach, welche
wie wir gesehen haben, die Traditionen der östlichen Völker
in Einklang zu setzen bemüht war. Sollte dieses Streben an
der in Aegypten und wohl in Alexandrien entstandenen Septuaginta
spurlos vorübergegangen sein? Ein Blick auf eine vergleichende
Zusammenstellung der Zahlen für die Patriarchen
vor und nach der Fluth in dem hebräischen Urtexte und in
der Septuaginta 3 wird uns leicht vom Gegentheile überzeugen.
Den Zeitraum von Adam bis zur Fluth hat die griechische
Uebersetzung um 606, den bedeutend kürzeren von der Fluth
bis auf die Einwanderung Abrahams gar um 650 Jahre verlängert,
und dies alles nur vom Bestreben geleitet, den Anfang
der Menschengeschichte im Anschluss an die ägyptischen Ueber-1
Lepsius, Chronologie der Aegypter 273 f.
2 De Wette-Schrader, Einleitung in das alte Testament, p. 92 f.
3 Ich verweise auf die Tabellen bei Delitzsch Genesis I, 429, 430. Von
Adam verflossen bis zur Fluth nach dem hebräischen Texte 1656 Jahre
(130 + 105 -[- 90 -f 70 -f 65 + 162 + 65 -f- 187 -f- 182 -(- 500 + 100)
nach der Septuaginta dagegen 2262 Jahre (230 -)- 205 -)- 190 + 170
fl- 165 162 187 -(- 188 4- 500 + 100). Von der Fluth oder genauer
von der Geburt Arpachäad’s bis auf Abrahams Einwanderung liess
der hebräische Text 365 Jahre (100 -)- 35 fl- 30 + 34 + 30 + 32 -)- 30
fl- 29 —f- 70 —(— 75), die Septuaginta hingegen 1015 Jahre (100 -)- 135
-f- (130) 130 -f 134 130 -)- 132 -{- 130 —J— 79 -f- 70 75) verstreichen.
Sitzangsber. d. phil.-hist. CI. XCV. Bd. 1. Hit. 10