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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Manethonisclies  Gescliiclitswerk.

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König  sein  musste,  sowie  von  Heracles  und  dem  grausamen
Busiris;  1  von  jüdischer  dagegen  die  Geschichten  Abrahams,
Josephs,  des  Auszugs  und  besonders  die  Zeitrechnung  der  Erschaffung ­
  der  Welt,  der  Sündfluth  und  der  Völkerzerstreuung,
die  sich  bei  den  ursprünglich  niederen  Zahlen  der  heiligen
Bücher,  mit  den  hohen  Ansätzen  der  Aegypter  nicht  vereinbaren ­
  Hessen.
Wiewohl  ich  in  anderen  Untersuchungen,  auf  den  Einfluss, ­
  welchen  die  ägyptischen  chronographischen  Systeme  auf
die  der  Griechen  und  Juden  geübt  haben,  zurückzukommen
gedenke,  so  muss  ich  doch  auch  in  diesem  Zusammenhänge
auf  einen  Punkt  eingehen,  der  für  unsere  Ueberlieferung  der
Manethonischen  xogot  von  der  höchsten  Bedeutung  gewesen  ist
—  ich  meine  die  erhöhten  Zahlen  der  Septuaginta.  Im  3.  und
2.  Jahrhunderte  vor  Christi  ist  diese  griechische  Uebersetzung
des  alten  Testaments  entstanden,  2  in  einer  Zeit  sonach,  welche
wie  wir  gesehen  haben,  die  Traditionen  der  östlichen  Völker
in  Einklang  zu  setzen  bemüht  war.  Sollte  dieses  Streben  an
der  in  Aegypten  und  wohl  in  Alexandrien  entstandenen  Septuaginta ­
  spurlos  vorübergegangen  sein?  Ein  Blick  auf  eine  vergleichende ­
  Zusammenstellung  der  Zahlen  für  die  Patriarchen
vor  und  nach  der  Fluth  in  dem  hebräischen  Urtexte  und  in
der  Septuaginta 3  wird  uns  leicht  vom  Gegentheile  überzeugen.
Den  Zeitraum  von  Adam  bis  zur  Fluth  hat  die  griechische
Uebersetzung  um  606,  den  bedeutend  kürzeren  von  der  Fluth
bis  auf  die  Einwanderung  Abrahams  gar  um  650  Jahre  verlängert, ­
  und  dies  alles  nur  vom  Bestreben  geleitet,  den  Anfang
der  Menschengeschichte  im  Anschluss  an  die  ägyptischen  Ueber-1

  Lepsius,  Chronologie  der  Aegypter  273  f.
2  De  Wette-Schrader,  Einleitung  in  das  alte  Testament,  p.  92  f.
3  Ich  verweise  auf  die  Tabellen  bei  Delitzsch  Genesis  I,  429,  430.  Von
Adam  verflossen  bis  zur  Fluth  nach  dem  hebräischen  Texte  1656  Jahre
(130  +  105  -[-  90  -f  70  -f  65  +  162  +  65  -f-  187  -f-  182  -(-  500  +  100)
nach  der  Septuaginta  dagegen  2262  Jahre  (230  -)-  205  -)-  190  +  170
fl-  165  162  187  -(-  188  4-  500  +  100).  Von  der  Fluth  oder  genauer
von  der  Geburt  Arpachäad’s  bis  auf  Abrahams  Einwanderung  liess
der  hebräische  Text  365  Jahre  (100  -)-  35  fl-  30  +  34  +  30  +  32  -)-  30
fl-  29  —f-  70  —(—  75),  die  Septuaginta  hingegen  1015  Jahre  (100  -)-  135
-f-  (130)  130  -f  134  130  -)-  132  -{-  130  —J—  79  -f-  70  75)  verstreichen.
Sitzangsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCV.  Bd.  1.  Hit.  10
            
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