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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Krall.

Forscher  etwa  des  zweiten  oder  ersten  Jahrhunderts  ergehen,
der  Nachrichten  über  das  Erscheinen  der  römischen  Gesandtschaft ­
  in  Athen  während  des  glänzenden  perikleischen  Zeitalters ­
  sich  Raths  erholen  wollte 1  —■  andererseits  fanden  die
hohen  Ansätze  der  Aegypter  weder  bei  Griechen  noch  Juden
rechten  Glauben.  Schon  der  erste  wissenschaftlich  gebildete
Grieche,  der  Aegypten  bereiste,  Hekataios,  kam  mit  den  Angaben
der  Priester  in  Conflict  —  er  wusste  ja,  dass  sein  Stamm  im
sechzehnten  Gliede  auf  einen  Gott  zurückging,  wie  konnte  er
es  daher  für  möglich  halten,  trotz  des  Hinweises  der  Priester
auf  die  gewaltigen  Kolosse  der  Piromis,  d.  h.  der  Menschen, 2
dass  345  aufeinanderfolgende  Generationen  vor  ihm  in  Aegypten
gelebt  hätten,  von  denen  keine  an  einen  Gott  oder  einen  Heros
anknüpfte. 3  Das  Ergebniss  der  Thätigkeit  auf  dem  Gebiete
der  Verschmelzung  der  Ueberlieferungen  —  besonders  der
chronographischen  —  der  alten  Völker,  die  in  Aegypten  seit  den
Saiten  sich  zu  vollziehen  begann,  und  durch  die  Ptolemäer
neue  Anregungen  erhielt,  waren  einerseits  die  däsaTOiu?  p.u0okoyoö^sva,
 4  wie  sie  Josephus  richtig  bezeichnet,  die  Sagen,
aus  denen  sich  fast  alles  zusammensetzte,  was  von  den  Griechen
uns  als  ägyptische  Geschichte  überliefert  worden  ist,  andererseits ­
  die  Reductionen  der  jüdischen  und  später  der  christlichen
Forscher.
Auf  Aegypten  wiesen  hin,  von  griechischer  Seite,  die
Sagen  von  der  Io,  von  Danaus  dem  Bruder  des  Aegyptos,  die
auch  schon  von  Amasis  officiell  anerkannt  worden  war, 5  und
dessen  Nachkommen  Perseus,  sowie  von  dem  Aufenthalte  des
Menelaus  in  Aegypten  6  und  hieran  sich  anschliessend  die  Frage
nach  dem  in  Homer  genannten  Polybus, 7  der  natürlich  ein

1  Livius  III,  31.  Dionysius  X,  51,  52,  54,  56.
2  Das  Wort  V&f)  !

I  romu  ,Menschen“  mit  dem  Artikel  Pi-romu  ist
I
im  Hieroglyphischen  selten,  desto  häufiger  aber  im  Demotischen  und
Koptischen  nachzuweisen,  v.  Birch  in  Wilkinson,  Manners  and  Customs.
1878,  I,  p.  12  A.
3  Herodot  II,  143.
4  Contra  Apionem  I,  16,  3.
6  Herodot  II,  182.
0  Herodot  II,  112  f.  Homer  Od.  IV.  351—352.
7  Odyssee  IV,  126.
            
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