Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Manethonisches  Gescbiclitswerk.

141

war  auf  zwei  Sossosperioden  =  120  Jahre  fixirt.  Dadurch
kamen  sie  in  das  Jahr  508/7  vor  Christi,  von  wo  sie  vier
Sossosperioden  =  240  Jahre  bis  auf  die  Erbauung  der  Stadt
=  748/7  rechneten. 1  Der  Gründungstag  von  Rom,  der  21.  April
747  fiel  auf  diese  Weise,  was  den  römischen  Chronologen  nur
erwünscht  sein  konnte,  nahezu  mit  dem  Beginne  der  Aera  des
Nabonassar,  27.  Februar  747,  zusammen. 2
Zum  Schlüsse  müssen  wir  daran  erinnern,  dass  der  Ansatz ­
  Amenemhä  I.  =  28.  Jahrhundert  v.  Chr.  nur  gilt,  wenn  die
Annahme  wahr  ist,  dass  es  den  Aegyptern  schon  unter  der  Regierung ­
  der  Amemhä’s  gelungen  sei,  ein  festes  Jahr  zu  gründen,
gegen  ■welches  im  18.  Jahrhunderte,  wo  sie  nachweislich  ein
solches  besassen,  das  Wandeljahr  um  acht  Monate  verschoben
war.  Sollten  dagegen  weitere  Untersuchungen  darthun,  dass  diese
Annahme  unzulässig  sei,  dass  die  Aegypter  erst  im  18.  Jahrhunderte ­
  ein  festes  Jahr  gebildet  haben,  so  müssten  wir  unsere
Folgerungen  noch  weiterführen;  wir  müssten  dann  sagen,  dass
die  Priester  ausgehend  von  dem  sichern  Punkte  der  Einrichtung ­
  des  festen  Jahres,  der  daran  sich  schliessenden  Vertreibung ­
  der  Hyksos  und  der  Erhebung  der  Thutmosiden  auf
die  Zeit  zurückrechneten,  wo  das  feste  und  das  Wandeljahr
sich  deckten,  und  in  dieselbe  die  Regierungen  der  Amenemhä,
der  mächtigsten  Herrscher  der  Vorzeit,  verlegten.  Noch  eine
Epoche  vorher  fiel  ihnen  dann  der  Beginn  des  Königthums  in
Aegypten,  der  Regierungsantritt  Mena’s.
Wir  wenden  uns  nun  zu  den  Götterregierungen.  Nach
der  ägyptischen  Mythologie  gingen  den  menschlichen  Regierungen ­
  die  der  Götter,  Halbgötter  und  Manen  voraus,  für
welche  unsere  vorzüglichste  Quelle  ein  Bruchstück  des  Turiner
Papyrus  ist.  Dasselbe  gibt  uns  freilich  nur  über  den  ersten
Götterkreis  Auskunft,  indem  es  folgende  Namen  umfasst:

'  Es  sind  dies  die  Ansätze  des  Fabius  Pictor.  In  Uebereinstimmung  mit
ihm  verlegt  Polybius  III,  22  den  Anfang  der  Republik  in  das  Jahr  508/7.
Cf.  Mommsen,  Römische  Geschichte,  I 6  p.  460  A,  463  A;  p.  204  macht
er  darauf  aufmerksam,  dass  die  Theilung  des  Ganzen  in  12  Einheiten
nationalitalisch  sei;  wodurch  sich  die  Zahlen  120,  240  ganz  ungezwungen
erklären.
2  Biidinger  in  Bursian’s  Jahresbericht  über  die  Fortschritte  der  classischen
Alterthumswissenschaft.  1873,  II.  B.,  p.  1182  A.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.