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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Krall.

Auf  die  Tetraeteris  2726/22  weist  uns  ferner  hin  der  lange
bis  auf  Riel 1  unerklärliche  Bericht  Herodot’s,  wonach  ,die
Sonne  viermals  ihren  Ort  gewechselt  hätte,  wo  sie  jetzt  aufgehe, ­
  sei  sie  zweimal  untergegangen,  und  wo  sie  jetzt  untergehe, ­
  sei  sie  zweimal  aufgegangen,  ohne  dass  sich  irgend  etwas
in  der  Natur  ihres  Landes  oder  Flusses  geändert  habe*. 2  Die
ägyptischen  Priester  hatten  die  Tetraeteriden  2726/22,  1986/2,
1266/2  und  526/2  im  Auge;  im  Laufe  dieser  Zeit  war  die
Sonne  zweimal  im  Sommerpunkte  des  Himmels,  dem  Morgenpunkte ­
  der  Normalsphäre,  und  zweimal  im  Winterpunkte,  dem
normalen  Abendpunkte,  aufgegangen,  sie  hatte  sonach  viermal
ihren  Ort  am  Himmel  verändert,  ebenso  wie  auch  die  Gestirne
ihren  Lauf  inzwischen  viermal  vertauscht  hatten.  Sei  es  nun,
dass  die  Priester  die  Tetraeteris  bloss  durch  Rückrechnung  gewonnen ­
  hatten,  sei  es,  dass  damals  thatsächlich  die  Aegypter
schon  im  Besitze  eines  festen  Jahres  waren,  so  viel  ist  aus
der  angeführten  Stelle  Herodot’s  sicher,  dass  die  ägyptischen
Chronologen  ihre  auf  astronomischer  Grundlage  basirten  Aufstellungen ­
  über  das  28.  Jahrhundert  vor  Christi  nicht  geführt
haben,  in  welcher  Zeit  sie,  wie  wir  im  Verlaufe  unserer  Untersuchung ­
  sehen  werden,  die  Regierungen  der  Amenemhä  und
Usertesen  verlegten.
Die  sichere  Grundlage  der  Verschiebung  des  Wandeljahres ­
  und  festen  Jahres  verliess  die  Aegypter  für  die  Zeiten,
die  vor  dem  Beginne  der  Herrschaft  der  Amenemhä  und
Usurtesen  lagen,  in  denen  man  ein  Jahr  von  365V 4  Tagen  noch
nicht  kannte  —  denn  die  Annahme,  dass  die  Aegypter  schon
von  den  frühesten  Zeiten  ihrer  Cultur  an,  ein  festes  Jahr  gehabt ­
  hätten,  erscheint  ganz  unzulässig  und  wird  durch  die  angeführte ­
  Stelle  Herodot’s  widerlegt.  Für  diese  Periode  ihrer
Geschichte  mussten  sie  auf  andere  Hilfsmittel  bedacht  sein.
Es  lässt  sich  nicht  läugnen,  dass  bei  der  frühen  Ausbildung
der  Hieroglyphenschrift,  die  schon  auf  den  ältesten  Denkmälern ­
  vollkommen  ausgebildet  uns  entgegentritt  und  beim

sowie  Mariette,  Monuments  divers  pl.  64—68,  wo  sieh  ein  vortrefflicher
Abdruck  der  Inschrift  findet  und  Brugsch,  Materiaux  p.  101.
1  1.  1.  p.  184  f.
2  Herodot  II,  142.
            
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