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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Manethonisches  Geschichtswerk.

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von  1460  jul.  Jahren,  nach  deren  Verlauf  das  feste  und  das
Wandeljahr  sich  wieder  vollkommen  deckten,  hatten  sie  dagegen ­
  in  der  Zeit  der  Thutmosiden  und  Ramessiden  wenigstens
gar  keine  Bezeichnung.
Diese  Verschiebung  des  Wandeljahres  gegen  das  feste
Jahr  bot  eine  sichere  Handhabe  für  die  Chronologie  dar.  Man
brauchte  nur  festzustellen  unter  welchen  Königen  das  feste
und  das  Wandeljahr  mit  einander  coincidirt  hatten  —  was
wohl  keinen  besonderen  Schwierigkeiten  unterlag,  da  die  Priester
denen  die  Obsorge  der  Zeitrechnung  anvertraut  war,  über  die
Verschiebung  der  beiden  Jahre  genaue  Aufzeichnungen  besitzen ­
  mussten  —  und  hatte  damit  die  Grundlagen  gewonnen
um  auf  denselben  das  System  der  ägyptischen  Chronologie
aufbauen  zu  können.
In  welche  Zeit  fällt  aber  die  Einrichtung  des  festen
Jahres?  Nach  Riel  gehört  sie  in  die  Mitte  des  18.  Jahrhunderts, ­
  1  in  die  Zeit  sonach  der  Erhebung  des  nationalen
Königthums  gegen  die  fremden  Hyksos.  2  Wir  werden  jedoch
durch  den  Umstand,  dass  1766/2  der  erste  Thot  des  festen
Jahres  nicht  mit  dem  ersten  Thot,  sondern  mit  dem  ersten
Pachons  des  Wandeljahrs  sich  deckte,  auf  die  Tetraeteris
2726/2  hingewiesen,  und  es  ist  die  Möglichkeit  nicht  auszuschliessen,
  dass  schon  damals  den  Priestern  die  Bildung  eines
festen  Jahres  gelungen  sei,  mit  dem  die  Verschiebung  des
damals  gleichgesetzten  festen  und  Wandeljahres  ihren  Anfang
genommen  hätte,  um  so  mehr,  als  auch  die  Inschrift  des  Tlapzefa,
  3  die  wohl  unter  den  Sebekhoteps  entstanden  ist,  gewiss
aber  der  Zeit  vor  dem  Einfalle  der  Hyksos  angehört,  das
grosse  Nilfest,  das  Uaga,  ebenso  wie  die  Festkalender  der
Ramessidenzeit  auf  den  16—17  Thot  verlegt.  Darnach  würde  sich
zu  diesem  festen  Jahre  von  2726/2  das  Jahr  von  1766/2  ebenso
verhalten,  wie  sich  zu  dem  letzteren  das  Jahr  von  Canopus
verhält,  wiewohl  nicht  zu  läugnen  ist,  dass  die  Reorganisation
des  Kalenders  unter  dem  Könige  Set-ää-nub-pehti  eine  viel  durchgreifendere ­
  gewesen  sein  muss,  als  die  unter  Ptolemäus  Euergetes.
1  ßiel,  Sonnen-  und  Siriusjahr  p.  365.
2  L  1.  p.  107.
3  Ueber  die  leider  noch  nicht  bearbeitete,  in  jeder  Beziehung’sehr  wichtige
Inschrift,  cf.  Brugsch,  Becueil  I,  p.  21,  und  Geschichte  Aegyptens  p.  185,
            
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