Manethonisches Geschichtswerk.
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von 1460 jul. Jahren, nach deren Verlauf das feste und das
Wandeljahr sich wieder vollkommen deckten, hatten sie dagegen
in der Zeit der Thutmosiden und Ramessiden wenigstens
gar keine Bezeichnung.
Diese Verschiebung des Wandeljahres gegen das feste
Jahr bot eine sichere Handhabe für die Chronologie dar. Man
brauchte nur festzustellen unter welchen Königen das feste
und das Wandeljahr mit einander coincidirt hatten — was
wohl keinen besonderen Schwierigkeiten unterlag, da die Priester
denen die Obsorge der Zeitrechnung anvertraut war, über die
Verschiebung der beiden Jahre genaue Aufzeichnungen besitzen
mussten — und hatte damit die Grundlagen gewonnen
um auf denselben das System der ägyptischen Chronologie
aufbauen zu können.
In welche Zeit fällt aber die Einrichtung des festen
Jahres? Nach Riel gehört sie in die Mitte des 18. Jahrhunderts,
1 in die Zeit sonach der Erhebung des nationalen
Königthums gegen die fremden Hyksos. 2 Wir werden jedoch
durch den Umstand, dass 1766/2 der erste Thot des festen
Jahres nicht mit dem ersten Thot, sondern mit dem ersten
Pachons des Wandeljahrs sich deckte, auf die Tetraeteris
2726/2 hingewiesen, und es ist die Möglichkeit nicht auszuschliessen,
dass schon damals den Priestern die Bildung eines
festen Jahres gelungen sei, mit dem die Verschiebung des
damals gleichgesetzten festen und Wandeljahres ihren Anfang
genommen hätte, um so mehr, als auch die Inschrift des Tlapzefa,
3 die wohl unter den Sebekhoteps entstanden ist, gewiss
aber der Zeit vor dem Einfalle der Hyksos angehört, das
grosse Nilfest, das Uaga, ebenso wie die Festkalender der
Ramessidenzeit auf den 16—17 Thot verlegt. Darnach würde sich
zu diesem festen Jahre von 2726/2 das Jahr von 1766/2 ebenso
verhalten, wie sich zu dem letzteren das Jahr von Canopus
verhält, wiewohl nicht zu läugnen ist, dass die Reorganisation
des Kalenders unter dem Könige Set-ää-nub-pehti eine viel durchgreifendere
gewesen sein muss, als die unter Ptolemäus Euergetes.
1 ßiel, Sonnen- und Siriusjahr p. 365.
2 L 1. p. 107.
3 Ueber die leider noch nicht bearbeitete, in jeder Beziehung’sehr wichtige
Inschrift, cf. Brugsch, Becueil I, p. 21, und Geschichte Aegyptens p. 185,