Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

126

Krall.

Es  drängt  sich  uns  nun  unmittelbar  die  Frage  auf,  wie
weit  waren  die  Aegypter  in  dieser  Zeit  in  der  Lage,  das  Alter
ihrer  Cultur  und  den  Anfang  ihres  Königthums  chronologisch
festzustellen,  umsomehr  als  von  der  richtigen  Beantwortung
dieser  Frage  auch  die  richtige  Auffassung  der  uns  erhaltenen
Fragmente  des  Manethonischen  Geschichts  Werkes  abhängt,
welches  nach  des  Verfassers  ausdrücklicher  Erklärung 1  nichts
anderes  als  die  einheimischen  Urkunden  den  Griechen  zu  verdolmetschen ­
  beabsichtigte.
ln  der  Zeit  der  Thutmosiden  besassen  die  Aegypter,  wie
es  nach  den  epochemachenden  Forschungen  von  Riel 2  feststeht, ­
  bereits  ein  festes  Sonnenjahr  mit  vierjähriger  Schaltung,
welches  mit  der  jährlich  constant  um  dieselbe  Zeit  eintretenden
Nilschwelle  begann,  dessen  sich  jedoch  die  Priester  nur  für
die  Regelung  der  Feste  bedienten,  während  für  den  bürgerlichen ­
  Kalender  das  Wandeljahr  in  Verwendung  blieb.  Nach
je  120  Jahren  verschob  sich  nun  das  Wandeljahr  gegen  das
feste  Jahr  um  einen  Monat,  derart,  dass  wenn  bei  der  Einrichtung ­
  des  festen  Jahres,  dessen  erster  Monat  der  Thot,  mit
dem  ,Thot  des  Wandeljahres  sich  deckte,  nach  120  Jahren
derselbe  mit  dem  Paophi  des  Wandeljahres  zusammenfiel.  Für
diese  Periode  von  120  Jahren  besassen  die  Aegypter  die  sowohl
im  Todtenbuche  als  auch  im  Turiner  Königspapyrus  häufig
vorkommende  Gruppe^  Han-ti; 3  für  die  Periode
Namensschild  des  Königs  Kamses  III.  enthält,  unter  den  ßamessiden  angefertigt. ­
  Lauth,  Manetho  und  der  Turiner  Königspapyrns  75.
1  Josephus  Contra  Apionem  I.  14,  1  ed.  Müller:  yiypoufz  yap  'E/.Xd3i  ^wvij
T7)v  ov  iaroplav,  IV.  ts  twv  Uptuv,  io;  07]aiv  aOtö;,  jiörayplaa;  cf.  I.  2G,  1.
2  Karl  Riel,  Das  Sonnen-  und  Siriusjahr  der  Ramessiden  mit  dem  Geheimniss
  der  Schaltung  und  das  Jahr  des  Julius  Cäsar,  Leipzig  1875.  —
Der  Doppelkalender  des  Papyrus  Ebers,  verglichen  mit  dem  Fest-  und
Sternkalender  von  Dendera,  1876.  —  Der  Thierkreis  und  das  feste  Jahr
von  Dendera,  1878.
3  Auf  Grund  der  Gleichstellung  des  Turiner  Papyrus  (ed.  Lauth  II,  7),
,19  Hanti  2280  (=  19  X  120)  Jahre*  ist  schon  von  Hincks  (in  Wilkinson:
  The  hier.  pap.  of  Turin  55)  ausgesprochen  worden,  dass  man  in
der  Gruppe,  die  wir  nach  der  Darlegung  von  Lauth  (Manetho  72)  dem
hieroglyphischen  gleichzusetzen  und  Hanti  zu  lesen  haben,  die  Bezeichnung ­
  einer  Periode  von  120  Jahren  vorliege.  Cf.  Lauth,  Aegyptische
Chronologie  p.  8.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.