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Krall.
Es drängt sich uns nun unmittelbar die Frage auf, wie
weit waren die Aegypter in dieser Zeit in der Lage, das Alter
ihrer Cultur und den Anfang ihres Königthums chronologisch
festzustellen, umsomehr als von der richtigen Beantwortung
dieser Frage auch die richtige Auffassung der uns erhaltenen
Fragmente des Manethonischen Geschichts Werkes abhängt,
welches nach des Verfassers ausdrücklicher Erklärung 1 nichts
anderes als die einheimischen Urkunden den Griechen zu verdolmetschen
beabsichtigte.
ln der Zeit der Thutmosiden besassen die Aegypter, wie
es nach den epochemachenden Forschungen von Riel 2 feststeht,
bereits ein festes Sonnenjahr mit vierjähriger Schaltung,
welches mit der jährlich constant um dieselbe Zeit eintretenden
Nilschwelle begann, dessen sich jedoch die Priester nur für
die Regelung der Feste bedienten, während für den bürgerlichen
Kalender das Wandeljahr in Verwendung blieb. Nach
je 120 Jahren verschob sich nun das Wandeljahr gegen das
feste Jahr um einen Monat, derart, dass wenn bei der Einrichtung
des festen Jahres, dessen erster Monat der Thot, mit
dem ,Thot des Wandeljahres sich deckte, nach 120 Jahren
derselbe mit dem Paophi des Wandeljahres zusammenfiel. Für
diese Periode von 120 Jahren besassen die Aegypter die sowohl
im Todtenbuche als auch im Turiner Königspapyrus häufig
vorkommende Gruppe^ Han-ti; 3 für die Periode
Namensschild des Königs Kamses III. enthält, unter den ßamessiden angefertigt.
Lauth, Manetho und der Turiner Königspapyrns 75.
1 Josephus Contra Apionem I. 14, 1 ed. Müller: yiypoufz yap 'E/.Xd3i ^wvij
T7)v ov iaroplav, IV. ts twv Uptuv, io; 07]aiv aOtö;, jiörayplaa; cf. I. 2G, 1.
2 Karl Riel, Das Sonnen- und Siriusjahr der Ramessiden mit dem Geheimniss
der Schaltung und das Jahr des Julius Cäsar, Leipzig 1875. —
Der Doppelkalender des Papyrus Ebers, verglichen mit dem Fest- und
Sternkalender von Dendera, 1876. — Der Thierkreis und das feste Jahr
von Dendera, 1878.
3 Auf Grund der Gleichstellung des Turiner Papyrus (ed. Lauth II, 7),
,19 Hanti 2280 (= 19 X 120) Jahre* ist schon von Hincks (in Wilkinson:
The hier. pap. of Turin 55) ausgesprochen worden, dass man in
der Gruppe, die wir nach der Darlegung von Lauth (Manetho 72) dem
hieroglyphischen gleichzusetzen und Hanti zu lesen haben, die Bezeichnung
einer Periode von 120 Jahren vorliege. Cf. Lauth, Aegyptische
Chronologie p. 8.